Archive for the ‘Grundeinkommen’ Category

Schöne Stellungnahme

Friday, April 4th, 2008

Eine wirklich differenzierte und nachdenkliche Rezension zum Buch von Götz Werner “Einkommen für alle” habe ich heute im vorwärts-online gefunden. Dr. Thomas Hörber von der “École Supérieure des Sciences Commerciales d’Angers (ESSCA)” setzt sich dort mit den Ideen zum Grundeinkommen auseinander und stellt viele berechtigte Fragen. Der Schluß lautet:

“Was Werner fordert ist ein Systemwechsel, ohne zu wissen, ob das neue System funktioniert oder besser ist. Unter normalen Bedingungen heißt das, dass das bestehende Wirtschaftsystem kollabieren müsste. Und an einigen Stellen behauptet Werner, dass genau dieser Kollaps kurz bevorsteht. Werner meint der (politische) Wille sei hier entscheidend: Wer etwas will sucht Wege, wer nicht sucht Gründe. Er könnte Recht haben insofern, als wir bei einem neuen System nie gewusst haben, ob es funktioniert. Die Frage ist: Finden sich die Kräfte, den Schritt ins Neue zu wagen? Und sind wir bereit, das Risiko eines Systemwechsels einzugehen? Oder etwas pessimistischer: Ist der Leidensdruck schon groß genug, um uns dieses Risiko eingehen zu lassen?”

Fundsachen

Thursday, February 7th, 2008

Heute mal einige Fundsachen in Kürze: Ganz nett hat Theo Wonneberger die Argumente für ein Grundeinkommen in seinen 24 Thesen zusammen gefasst.

Der Vatikan veranstaltet zum ersten Mal seit seiner Existenz einen Frauenkongress. Na immerhin ;-)
Und Meredith Haaf fordert in der taz die Frauen auf, sich endlich online als Schwergewichte mit Stimme zu outen: “Nirgends ist all das so einfach zu machen wie im Netz. Solange Frauen sich darauf konzentrieren, Niedlichbilder von sich hochzuladen, Jungs zu beeindrucken und über ihre Yogastunden zu schreiben, wird dabei allerdings nicht allzu viel herum kommen.”
Ich sehs ein bisschen anders, aber trotzdem ist der Artikel sehr gut…

Abstimmen bei der Kanzlerin

Tuesday, January 29th, 2008

So, nach Wochen der Abstinenz - leider hatte ich einen Trauerfall in der Familie - jetzt wieder auch Neues von mir im Blog. Auf der Seite der Kanzlerin gibt es eine Möglichkeit, direkt eigene Anliegen vorzubringen. Zum Thema Grundeinkommen gibt es die Forderung, eine Enquette-Kommission einzurichten. Ich finde das ist eine richtig gute Idee. Wer von euch abstimmen möchte kann das hier tun. Beste Grüße euch allen von stefanie

die Diskussion geht weiter

Tuesday, December 18th, 2007

Wieder gibt es so einiges zu meinem Lieblingsthema Grundeinkommen zu vermelden. Robert Zion, Vorkämpfer bei den Grünen für das Thema, hat auf seiner Website zwei interessante Sammlungen eingestellt: Eine Landkarte mit Beschlüssen der Grünen Kreis-/Ortsverbände zum Grundeinkommen und einige interessante Aufsätze, u.a. von dem Sozialethiker und Theologen Franz Segbers. Auch von Segbers ist ein Thesenpapier, in dem er sich kurz und bündig mit “Erwerbsarbeit” und “Grundeinkommen” auseinandersetzt. Zitat: “Die Hartz IV-Gesetze sind ein Missbrauch staatlicher Macht, denn sie haben den Sozialstaat zum Wettbewerbs- und Ãœberwachungsstaat entartet, das Grundrecht auf sinnvolle Arbeit in einen Zwang zur Arbeit um jeden Preis verkehrt und das Recht auf Sozialleistungen an die
Pflicht zu einer Gegenleistung gebunden. Mit dem Kapitalismus wurde erfunden, was wir heute Erwerbsarbeit nennen. Erst mit dem
Kapitalismus wurde die Sicherung der Existenz ausschließlich an Gelderwerb durch Erwerbsarbeit geknüpft. Der Siegeszug der Arbeitsgesellschaft hat zu einer Religion der Arbeit geführt: Diese irreführende Verengung führt zu einer seltsamen Verkehrung: Aus der Arbeit als einen Zweck zur Beschaffung der Mittel zum Leben wurde der Sinn des Lebens selber. Theologie ist eine Reflexionsform, die Erinnerungen an frühere Lebensformen wach hält. Diese können helfen, aus den Erfahrungen und Lebensweisen vor der “großen Transformation” (Karl Polanyi) , d.h. vor der totalitären Herrschaft des Marktes über das gesellschaftliche Leben zu lernen, um eine andere Moderne im Gegensatz zur kapitalistischen zu entwerfen.” Auch aus der christlichen Ecke kommt einige interessante Modelle zur “Sockelrente“, ein Thema, das dem Grundeinkommen sehr ähnlich ist. Das wars für heute ;-)

Lob für einen Mann

Friday, November 30th, 2007

Es gibt Männer, die muss man auch mal loben: Zum Beispiel Götz Werner, den Gründer der Drogeriemarktkette dm, die übrigens auch für eine hervorragende Ausbildung schon ausgezeichnet wurde. Er wandte sich in einem Brief an die Delegierten der Grünen auf ihrem Parteitag und argumentiert mit scharfem Florett noch einmal für ein Grundeinkommen. Immerhin stimmten 40% der Grünen dafür - auch wenn der Vorstand schwer dagegen war und ist - und sich leider letztlich durchsetzte.
Zitat aus dem Brief:
goetzwerner.jpg “An der Unfehlbarkeit der politischen Führung bestehen zu Recht mehr und mehr Zweifel. Dies zeigt eindringlich und überzeugend der gerade veröffentlichte Kinderreport 2007 des Kinderhilfswerkes, wonach mittlerweile 2,5 Millionen Kinder in Deutschland unterhalb der Armutsgrenze leben. Fast sechs Millionen Kinder, also ein Drittel, leben in Haushalten, die über ein Jahreseinkommen von 15.300 Euro oder weniger verfügen. Angesichts solcher Zahlen erscheint die Sorge des Parteichefs Bütikofer, ein Grundeinkommen auch an einige Bürger auszuzahlen, die das nach seiner Ansicht nicht nötig haben, kleinkariert.
Und er vergisst dabei, dass wir als Bürger (oder – nach seiner Denkart – die Politik) bereits heute jedem Bürger einen Steuerfreibetrag gewähren, der in seiner Höhe dem von mir geforderten Kulturminimum von rund 850 Euro entspricht.
Bütikofer ignoriert auch, dass er, wie zahlreiche Mitglieder der neuerdings so genannten „Oberschicht“, durch den Besuch kultureller Einrichtungen wie Opern- und Konzerthäuser, Museen,Sportarenen, bei denen jeder Besuch mit zumeist weit mehr als 100 Euro pro Veranstaltung subventioniert wird, das Kulturminimum für sich wie für den Rest der „Oberschicht“ sehr wohl
beansprucht.”

Namibia probiert Grundeinkommen aus

Tuesday, November 27th, 2007

Publik-Forum berichtete in Ausgabe 17 von diesem Jahr: Namibia will in einen Dorf ein Modellprojekt mit dem Grundeinkommen starten. Die 1005 Einwohner von Otjivero-Omitara erhalten ab Beginn nächsten Jahres ein monatliches Grundeinkommen von 100 namibischen Dollarn (12 Euro). Der Beitrag reicht aus, um die Dorfbewohner über die Armutsgrenze zu heben. Er soll dafür sorgen, dass alle genug zu essen haben, die Kinder in die Schule gehen können und dass die Fahrt zum nächsten medizinischen Zentrum bezahlt werden kann. Die Hoffnung: Der Beitrag soll es Frauen und Männern ermöglichen, sich eine kleine Existenz aufzubauen, statt weiter von der Hand in den Mund zu leben. “Die Idee entstand im Jahr 2002, als eine von der namibischen Regierung eingesetzte Kommission die Einführung eines “Basic Income Grant” (kurz BIG) als Mittel zur Armutsbekämpfung empfahl. Seitdem wird BIG in ganz Namibia diskutiert”, schreibt die Redakteurin Bettina Stang. Weiter Informationen (auf englisch) hier.
omitara_namibia2.jpg

CDU, Grüne - nur SPD schweigt

Tuesday, November 27th, 2007

In den bürgerlichen Parteien wird um das Thema Grundeinkommen (die CDU sagt “solidarisches Bürgergeld”) gerungen. Die Welt berichtete gestern vom kleinen Parteitag der CDU in Berlin. Bereits am Samstag veröffentlichte die Zeitung einen Beitrag zur Abstimmung bei den Grünen. Ein grundsätzlicher Artikel unter der Ãœberschrift “Reale Utopoie” findet sich im Handelsblatt von letzter Woche.

Kategorie Grundeinkommen

Friday, November 23rd, 2007

:-) Neu im Blog ist die Kategorie Grundeinkommen. Zu dem Thema gibt es immer wieder neue Erkenntnisse, Diskussionen und Berichte. Diese wollen wir so gut es geht verfolgen und dokumentieren. Heute gibt es zum Beispiel ein interessantes Interview in der fr-online mit Robert Zion, dem grünen “Rebell” aus Göttingen. Und die Financial Times veröffentlichte eine Buchrezension zum Buch von Wolfgang Engler “Unerhörte Freiheit. Arbeit und Bildung in Zukunft”, in dem es auch um das Grundeinkommen geht. Eine kurze Zusammenfassung der Auseinandersetzung bei den Grünen zu dem Thema findet ihr in der Zeit.