Archive for the ‘aus der Politik’ Category

First Lady anderer Art

Thursday, November 6th, 2008

Michelle Obama - neue First Lady mit Power

Michelle Obama - neue First Lady mit Power

Das ist natürlich auch sehr spannend, wie die Medien über die Powerfrau Michelle Obama berichten. Zwei Porträts sind mir positiv aufgefallen:

In der welt-online schreibt Uwe Schmitt: “… Michelle Obamas Rollenverständnis für den Wahlkampf erläuterte sie in einem TV-Interview Ende Mai 2007: „Ich will kein unrealistisches Bild von uns malen, so dass sich am Ende, wenn es nichts wird, die Menschen von uns getäuscht fühlen. Wir sind, wie wir sind. Ich habe eine laute Klappe, ich ziehe meinen Mann auf. Er ist unglaublich smart, und er ist sehr wohl in der Lage, mit einer starken Frau umzugehen. Mit mir klarzukommen, ist einer der Gründe, warum er zum Präsidenten taugt.“…” Auch der Rest des Artikels ist klasse.

Und sehr schön auch Focus-online, der Artikel ist von ott: …”Dabei war Politik zunächst nicht ihre große Leidenschaft, wie sie selbst einmal bekannte. Politik sei oft „schlicht gemein“. Mit ihrer Leidenschaft, verbunden mit einem losen Mundwerk, hat sie ihren Mann zu Anfang des Wahlkampfes schwer in Verlegenheit gebracht. Aufsehen hatte sie erregt, als sie nach dem Vorwahlkampfsieg ihres Gatten offen gestand, sie wäre „zum ersten Mal richtig stolz auf Amerika“. Ein Tabubruch in einem Land, in dem ihr Mann als Präsidentschaftskandidat schon Schwierigkeiten bekommt, wenn er keine US-Fahne am Revers trägt. Die politischen Gegner johlten und warfen ihr mangelnden Patriotismus vor….”

Na da kommt doch viel Power ins weiße Haus :-)

Frauen in der Politik - das Desaster in Hessen

Monday, November 3rd, 2008

Andrea Ypsilanti - verraten und verkauft

Andrea Ypsilanti - verraten und verkauft

Egal wie man zu Frau Ypsilanti steht - das heutige Desaster hat sie nicht verdient. Seit Monaten wird sie von den Medien als “machtgeil” und schlimmeres (Herr Koch dagegen ist wieder der verantwortungsvolle Gutmensch, als ob der nicht an seinem Stuhl klebe) bezeichnet, eine beispiellose Medienhetze ging los. Heute also dann der Absturz. Dazu gibt es einen wunderbaren Artikel in der FR-Online von Martin Hecht (bereits am 25.9.08 erschienen). Er schreibt zum Schluß:

“Neutrale Frauentypen in der Politik haben die patriarchalen Ordnungsstrukturen noch nie durcheinandergebracht. Die anderen dagegen schon. Eine, die nicht nur als Politikerin, sondern auch als Frau aus dem Grau tritt - da treten dem Herrn Ministerialdirigenten die Schweißperlen auf die Stirn.

Und doch hat dieser Frauentyp kaum eine Chance, ganz oben anzukommen. Ségolène Royal hat - als eben dieser Typ Frau, den sie repräsentiert - neben Sarkozy in Frankreich nie wirklich eine Chance gehabt, französische Staatsprä-sidentin zu werden. Präsidentengattin schon eher…

Eine Frau, die auch nur halbwegs ins männliche Beuteschema passt, darf niemals über den Männern stehen. Das wäre eine verkehrte Welt. Und bevor man zulässt, dass die Welt auf den Kopf gestellt wird, tut man alles dafür, dass alles so bleibt, wie es war.”

Und mir bleibt anzumerken: Dumm - die Schwierigkeiten der Sozialdemokratie mit ihren starken Frauen. Sie haben sehr wenig davon: Andrea Nahles, Ute Vogt, Heide Simonis und vielleicht wäre auch Andrea Ypsilanti eine geworden. Hätte man sie denn gelassen. All diesen Frauen wurden zeitig die Flügel gestutzt. Ihr Fehler: Sie verließen sich darauf, dass innerparteiliche Demokratie etwas gilt, dass das zugesagte Wort gilt. Tja, das ist spätestens seit der Schröder-Ära nicht mehr so. Schade. Eine Partei mit großer Tradition geht gerade den Bach runter. Darüber kann ich mich nicht freuen.

Sehr lesenswert auch der Beitrag im Publik-Forum Blog von Wolfgang Storz unter dem Titel “Die Kultur des Putsches”.


Zu wenig Frauen sind peinlich

Friday, May 9th, 2008

Na endlich kommt Bewegung in die Diskussion um eine Frauenquote bei den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Bereits im Februar 2007 haben über 500 Menschen unsere öffentliche Petition zu dem Thema an den Bundestag unterzeichnet. Gestern berichtete die taz unter der Ãœberschrift “Peinlicher Mangel an Managerinnen” vom Rechtsausschuss des Bundestages. Dieser hatte unter anderem den früheren norwegischen Wirtschaftsminister Ansgar Gabrielsen eingeladen. anskargabrielsen.jpg Zu seinem Statement schreibt die taz: “Es gibt ein neues Argument für die Geschlechterquote und das heißt “Peinlichkeit”. Diesen Grund führte am Mittwoch der ehemalige Wirtschaftsminister Norwegens, Ansgar Gabrielsen, ein. Der Rechtsausschuß des Bundestages hatte am Mittwoch Abend Experten zu einer möglichen Quotierung der deutschen Aufsichtsräte nach norwegischem Vorbild befragt. Norwegen hat im Januar 2008 eine 40-Prozent-Quote für Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften eingeführt. Ihm sei es schlicht peinlich gewesen, dass sich die gut qualifizierte Hälfte der Bevölkerung Norwegens nicht in den Führungsetagen der Unternehmen wiederfinde, so Gabrielsen vor den Experten.” Auch wenn bisher nur die Grünen von einer Quote in den Wirtschaftsunternehmen überzueugt sind - es bewegt sich was. Lasst uns das Beste hoffen…

Merkelsche Maßstäbe die Zukunft?

Monday, April 28th, 2008

Hallo, da kommen starke Worte aus Österreich. Ein wunderschöner Kommentar auf diepresse.com zum Merkelschen Dekolletée bei ihrem Auftritt zur Einweihung der Oper in Norwegen. Ich zitiere genüßlich die Autorin Brigitte Trip: “Dass nun mehr Angela Merkel nach rund zwei gut durchgestandenen – in jedem Fall gut durchgeknöpften – Regierungsjahren der völlig verblüfften Medienschar ein derartig beeindruckendes Dekolletée von Sophia Lorenschen Ausmaß enthüllt, zeigt aber, wie diese Frau, die lange als graue Maus, als Geschlechtsneutrum dargestellt wurde, nun mehr so selbstbewusst auftritt, dass in Hinkunft politische Spitzenfunktionen nicht mehr ausschließlich an männlichen Kriterien sondern zunehmend an „merkelschen“ Maßstäben gemessen werden.”

Aus Machos werden Macherinnen

Monday, April 14th, 2008

rodriguez_zapatero_2.jpg Wer hätte das gedacht von einem Land, das neben den lateinamerikanischen Staaten den Begriff “Macho” prägte: Erstmals sind in Spanien mehr Frauen als Männer in der Regierung - unter Führung des Feministen Zapatero. Sogar das Verteidigungsministerium führt eine Frau - das heißt 130.000 Soldaten und der spanische Geheimdienst CNI haben nun eine Chefin. Spanien beweist, dass eine Frauenförderung, ist sie wirklich gewollt, kein Problem ist. Sie scheitert bestimmt nicht daran, dass es nicht genug qualifizierte Frauen gibt - was ja hierzulande ein sehr beliebtes Argument ist…

Mehrere gute Artikel zum Thema sind hier auf n-tv nachzulesen.

Schwarz-grün beim Grundeinkommen

Tuesday, March 25th, 2008

Erstaunlich, was das Thema Grundeinkommen so bewirkt. So las ich gerade eine interessanten Stellungnahme von Dieter Althaus (CDU) und Wolfgang Strengmann-Kuhn (Die Grünen) im “Rheinischen Merkur”. Sie schreiben u.a.:”Wir glauben, dass Deutschland den Mut braucht, visionäre Ideen wie das Grundeinkommen aufzugreifen. Zu Recht glauben die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr daran, dass das aktuelle Sozialversicherungssystem zukunftsfähig ist. Wenn von den politisch Verantwortlichen keine Antworten auf die Herausforderungen durch Globalisierung und demografischen Wandel gegeben werden, schwindet auch das Vertrauen in die Politik und letztlich in die Demokratie insgesamt. Politik braucht den Mut zu neuem Denken über alte Gräben hinweg.” Viel Spaß beim Lesen wünscht euch stefanie

Dagmar Metzger

Thursday, March 13th, 2008

Sie bleibt sich treu und nimmt das, was in unserer Verfassung steht - “Abgeordnete sind ihrem Gewissen verpflichtet” - ernst: Dagmar Metzger. Obwohl ich inhaltlich ganz anderer Meinung bin als Frau Metzger, achte und respektiere ich ihre Haltung. Das Demokratieverständnis unserer Parteien zeugt mehr von großem Machtverständnis als von Ãœberzeugung. Ich hätte es sehr schade gefunden, wenn Frau Metzger ihr Mandat niedergelegt hätte. Dass sie im Landtag bleibt ist ein Sieg für unsere Demokratie - über die Selbstherrlichkeit der Parteien hinweg. In diesem Land gibt es jedes Mal einen Aufstand, wenn Menschen aus den Reihen ihrer Partei scheren. Warum eigentlich? In anderen Ländern ist so etwas alltäglich. Die alten, starren Parteienkonstellationen sind völlig überholt. Die besten Debatten im Bundestag sind immer dann, wenn die Fraktionsdisziplin aufgehoben wurde. Warum kann das Beste nicht zur alltäglichen Praxis werden? Wäre einfach zu schön… stefanie

Kanzlerin auf der CeBit

Thursday, March 6th, 2008

Da geraten die Manager ins Schwitzen: Die Kanzlerin stellt doch tatsächlich Fragen, die am ein oder anderen Stand kurzfristig verlegenes Schweigen bewirkten :-) Aus dem Newsletter von Wiegand&Wiegand:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Eröffnung der weltweiten Computermesse Cebit 2008 in Hannover zahlreiche HighTech-Topmanager mit einfachen Bemerkungen aus dem Konzept gebracht. Die Nachrichtenagenturen APA und dpa listen auf:

1. Fall: IBM-Deutschlandchef Martin Jetter führt der Kanzlerin ein Gerät zur Anzeige günstigster Stromtarifzeiten vor, etwa von Mitternacht bis 06.00 Uhr. Daraufhin Merkel: “Die Waschmaschine zwischen 00.00 und 06.00 Uhr laufen lassen, das mag der Untermieter aber gar nicht so gerne.”

2. Fall: Bei SonyEricsson zeigen Wirtschaftslenker in dunklen Anzügen der Regierungschefin ein cooles Handy mit Organizer und anderen tollen Features. “Das ist High End”, sagt einer stolz zur Kanzlerin. “Wie ein IPhone?”, fragt Merkel zurück. Die Manager lächeln gequält ob der Nennung des längst erhältlichen Produkts von Konkurrent Apple.

3. Fall: Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg preist an, sein Unternehmen biete jungen Leuten im Netz einen Test für Computerwissen. Merkel fragt daraufhin zwei anwesende Bäckerlehrlinge: “Haben Sie denn schon den Test mitgemacht?” Die Antwort: “Nein.”

Die Nachrichtenagentur APA kommentiert: “Merkel hat 14 Stände besucht, das Messegelände von Süd nach Nord durcheilt und der Computerbranche ein paar einfache Fragen gestellt. Die Manager sollten gewarnt sein: Nächstes Jahr zur Cebit kommt sie wieder.”[/I]

Spiel’ nicht mit den Schmuddelkinder

Tuesday, February 26th, 2008

In den 80ziger Jahren habe ich mitbekommen, wie die SPD und die CDU sich strikt geweigert haben die Grünen als Partei zu akzeptieren. Die etablierten Parteien wollten mit ‘denen’ nichts zu tun haben. Dann brauchte die hessische SPD die Grünen um eine Mehrheit im Landtag zu bekommen und die Grünen wurden allmählich ’salonfähig’. Die Turnschuhe, die Joschka Fischer bei der Vereidigung trug, sind heute ein Vermögen wert. Jetzt kann sich die CDU sogar vorstellen mit den Grünen in Hamburg zu regieren.
Gut das jetzt die Linken aufgetaucht sind, so haben wir wieder ‘Schmuddelkinder’ mit denen keiner etwas zu tun haben will. Wenn die SPD, die Grünen und die FDP es nicht schaffen, gemeinsam eine Regierung in Hessen zu stellen, dann müssen eben auch diese Parteien die Konsequenzen tragen. Die etablierten Parteien vergessen leider auch immer wieder, daß es die Wählerstimmen sind, die genau diese Konstellation gewählt haben. Jeder Wähler, der seine/ihre Stimme den Linken gegeben hat, hat damit seine Meinung kund getan. Wenn den anderen Parteien dieses Ergebnis nicht passt, müssen sie sich an die eigene Nase fassen und ihre Politik überdenken.
Meine Hoffnung ist, daß in Zukunft die Politiker im Wahlkampf ihre eigenen Inhalte den Wählern nahebringen möchten. Die Zeit des grundsätzlichen ’Wer mit Wem’ ist hoffentlich  vorbei. Demokratie lebt von und mit Kompromissen.

Kindergelderhöhung

Tuesday, February 12th, 2008

Als zweifache Mutter habe ich gestern meine Ohren ein bißchen mehr gespitzt, als plötzlich in den Nachrichten klar war, daß das Kindergeld erhöht wird - aber erst im Herbst wird darüber beraten - und dann auch erst für 2009. Grundlage sollen die noch nicht vorliegenden Zahlen für Kinder sein!
Für die unterschiedlichen Positionen der einzelnen Parteien habe ich einen Vorschlag, den ich nicht oft genug wiederholen kann: Keine Umsatzsteuer auf Kindersachen. Das würde für die Eltern bedeuten, daß die Grundnahrungsmittel (auch Bücher) in Höhe von 7% reduziert würden und alle anderen Dinge (Kleidung, Babyausstattung, Spielsachen etc.) würden sogar 19% billiger. Damit hätten die Eltern geringere Kosten (das vorhandene Einkommen kann für mehr Dinge ausgegeben werden) und die Politiker hätten ihre Sachbezüge.