Archive for the ‘Porträts’ Category

EMMA. Die ersten 30 Jahre

Wednesday, December 12th, 2007

Die Welt wie Frauen sie sehen.
“Ãœber Frauen habe ich schon immer geschrieben.” Alice Schwarzer hat sich früh der Emanzipation verschrieben, journalistisch und politisch. Eine kompromisslose Feministin, die sich nicht beirren ließ und 1977 das Frauenmagazin EMMA gründete. Heuer feiert die Zeitschrift Jubiläum. In ihrem neuen Buch “EMMA. Die ersten 30 Jahre” zieht Alice Schwarzer Bilanz, aber keinen Schlußstrich. Quelle: br-online.de/kultur-szene/artikel/0712/11-emma.

Vielleicht auch ein Buch für den Wunschzettel!

Das Leben schützen

Monday, November 19th, 2007

Von der Quantenphysikerin zur Verfechterin von Nachhaltigkeit und Biodiversität

Ein Bericht von Elena Martin Casais

vandana_shiva.jpgSchon als Kind wollte Vandana Shiva, 1952 in einem kleinen Dorf am Fuß des Himalaya geboren, Wissenschaftlerin werden, wie ihr Vorbild Albert Einstein. Einige Jahre später scheint sich dieser Traum für die aufgeweckte Inderin zu erfüllen. Als promovierte Quantenphysikerin kehrt sie aus Kanada in ihre Heimat Indien zurück. Doch mit der Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung vor Ort konfrontiert, sieht sie sich verpflichtet, als Umweltschützerin und Menschenrechtlerin zu arbeiten, statt ihren Beruf als Physikerin auszuüben.
Nach erster Tätigkeit in interdisziplinärer Forschung von Technik, Umwelt und Politik am „Indian Institute of Science“ und am „Indian Institute of Management“ in Bangalore gründet sie 1982 – in dem ehemaligen Kuhstall ihrer Mutter – das unabhängige Institut „The Research Foundation for Science Technology and Ecology„ in Dehra Dun, das sie heute noch leitet.
Anstatt sich mit Quantenphysik und Elementarteilchen zu beschäftigen, studiert die Trägerin des alternativen Nobelpreises die zahlreichen Baumarten, Waldpflanzen und die traditionelle Landwirtschaft ihres Landes.

Von den Menschen lernen
Seite an Seite kämpft Vandana Shiva mit der indigenen Bevölkerung in der ersten indischen Umweltvereinigung, der Chipko-Bewegung. Die unbelesenen Bauersfrauen aus dem hohen Himalaja lehren sie, durch ihren Kampf, erneut den Wert der Natur zu erkennen und die Dringlichkeit diese verteidigen zu müssen. Aber noch etwas nimmt Vandana von diesen Frauen mit auf den Weg. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten hauptsächlich die Bauersfrauen das Saatgut, das den Bedingungen des Bodens und der Umgebung optimal angepasst wurde, durch den Tausch und die Kreuzung der Samen entwickelte sich eine erstaunliche biologische Vielfalt (Biodiversität). Schätzungen zufolge gab es allein in Indien mehr als 50 000 verschiedene Reissorten. Heute kann man mit viel Mühe in etwa 300 traditionelle Sorten finden, von internationalen Unternehmen wird vielleicht noch eine Handvoll exportiert.
Seit Jahren setzt sich Vandana Shiva für Kleinbauern in Indien ein, die wegen der globalen Gentechnikindustrie nicht mehr über ihr eigenes Saatgut bestimmen können. „Bei jedem Anliegen, für das ich mich in den vergangenen 20 Jahren als Umweltaktivistin und biologisch orientierte Intellektuelle engagierte, musste ich feststellen, dass das, was die industrielle Ökonomie als ‘Wachstum’ bezeichnet, in Wahrheit eine Art von Diebstahl an der Natur und Menschen ist“, so die Aktivistin.
Ihr Einsatz für selbstbestimmte Entwicklungswege, der als indische Graswurzel-Initiative begann, führte sie ausgerechnet in die kritisierten internationalen Industrie- und Handelskreise.
Erst mit der Globalisierung geriet dieser vielfältige Diebstahl ins Bewusstsein. Mit dem Abschluss der Uruguay-Runde im Rahmen des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) 1994 und der Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) sei ein institutioneller und rechtlicher Rahmen für Unternehmenswachstum, das auf Diebstahl an Mensch und Natur gründet worden. „Das WTO Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPs) kriminalisiert die Einlagerung eines Teils der Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr ebenso wie die uralte Praxis der Bauern, untereinander Saatgut auszutauschen“, so die Globalisierungskritikerin. Das Agrarabkommen legalisiere zudem die Überschwemmung aller Länder mit gentechnisch veränderten Nahrungspflanzen und kriminalisiere den Schutz der biologischen und kulturellen Diversität, auf der die Vielfalt der Ernährungssysteme beruhe.
Das Leben ist in seiner ganzen Verschiedenheit und Andersartigkeit für Shiva ein zu schützendes Gut. Deshalb engagiert sich die Buchautorin für das Leben, die Artenvielfalt und die Souveränität der menschlichen Gemeinschaften.

Demokratie und Artenvielfalt gegen Gentechnik und Biopiraterie
Vandana Shivas Verständnis von Demokratie (Earth-Democracy) geht weit über die herrschende westliche Definition hinaus. Sie fordert neben den klassischen Rechten wie prinzipielles Wahlrecht für alle auch Freiheiten in der Gestaltung individueller Lebensweisen und die Souveränität der Bevölkerung über die Wassergüte, die Nahrungsmittel und die Qualität der Kleidung zurück. Dabei beruft sich Shiva auf die universelle Gültigkeit ökologischer Naturgesetze und stellt die internationalen Handelsabkommen prinzipiell in Frage.
Ihre Arbeit ist für viele auch deshalb überzeugend, weil sich Vandana nicht mit der Aufdeckung und Anklage bestehender Missstände begnügt sondern Alternativen zur Monopolisierung von Leben und Lebensressourcen aufzeigt. Sowohl durch Widerstand als auch durch Erarbeitung kreativer Alternativen, setzt sie, unter anderem Mitglied des Weltzukunftsrats, der zentralisierten Macht internationaler Konzerne dezentrale Strukturen auf der Basis friedlicher Koexistenz entgegen. Mit der 1991 von ihr gegründeten Navdanya-Bewegung, setzt sie sich für die Bewahrung des Saatguts und der Freihaltung der Landwirtschaft von Monopolkontrolle ein. Navdanya hat im Laufe der Jahre zahllose Initiativen und Projekte zur Sicherung natürlicher Ressourcen unterstützt. Vandana Shiva wird am fünften November 55 Jahre alt. Ihr unermüdlicher Kampf für eine gerechtere Welt dauert bereits 30 Jahre, in denen sie viel erreicht hat.

Alles ist mit allem verbunden
Auch wenn der Einsatz für eine ökologische Vielfalt und einen gerechten Weltmarkt im Moment das Leben Vandana Shivas bestimmen, hat die Physik immer noch Bedeutung für sie. Sie ist dankbar, dass ihre Ausbildung als Quantenphysikerin ihr geholfen hat, die komplexen Fragestellungen, mit denen sie sich beschäftigt, zu bewältigen. Erkenntnisse aus der Quantentheorie überträgt sie auf das ökologische Handeln des Menschen. Alles sei schließlich mit allem verbunden, sagt die Umweltschützerin. Einen Wunsch hegt Vandana Shiva noch: wenigstens im Ruhestand zur Physik zurückkehren zu können und wieder ihrer Leidenschaft zu frönen.

Am ersten Dezember würdigt „ethecon – Stiftung für Ethik & Ökonomie“ mit der Verleihung des diesjährigen „Blue Planet Award“ Einsatz und Kampf der indischen Aktivistin VANDANA SHIVA.

Tagung
„Wirtschaftskriminalität im Spannungsfeld Ethik & Ökonomie“
ufaFabrik
Viktoriastr. 10/1812105 Berlin
Samstag, 1. Dezember 2007

Weitere Informationen:
Elena Martin Casais
ethecon Vorstandsassistentin
Stiftung Ethik & Ökonomie
Fon: 0176 64 61 68 67
eMail info@ethecon.org

Venizianer aufgepasst: Hai kommt

Friday, April 20th, 2007

Die erste Gondoliera in Venedig ist eine Deutsche. Alexandra Hai ertrotzte sich gegen alle Widerstände das Recht, eine Gondel in den Kanälen der Stadt zu steuern. Zwar gehört sie nicht zu der “offiziellen” 400 Mann starken Truppe der Gondoliere, doch per Gericht setzte sie ihre private Erlaubnis für eine Hotelgruppe durch.

1996 kam Alexandra Hai nach Venedig und verliebte sich auf Anhieb in die Lagunenstadt. Der Beruf des Gondoliere hat es ihr besonders angetan. Doch “es hat noch niemals eine Gondoliera gegeben” tönte es ihr von der männlichen Zunft entgegen. Um eine Lizenz zu erwerben, müssen alle Bewerber ein Examen für Gondelfahrer ablegen. Hier ließen die Jungs die hartnäckige Frau dreimal durchfallen. Doch sie erhielt von anderer Seite Unterstützung. Ruderchampion und Gondelbauer Crea Vianello baute ihre Gondel “Pegaso”, eine private Hotelkette engagierte die erste Gonoliera - doch selbst das wollten ihr die gekränkten Männer verbieten. Sie erhielt eine Geldstrafe und bekam Kanalverbot. Jetzt zog sie mit Unterstützung des Hotels vor Gericht - und bekam vor dem venezianischen Verwaltungsgericht Recht. Heute steuert sie ihre “Pegaso” und beweist, dass mit an Sturheit grenzender Hartnäckigkeit auch für Frauen alles geht. Hieß es doch anfangs bei ihren männlichen Kollegen: “Eine Frau kann das nicht.” Denkste! :-)

Maria Montessori - ein Porträt

Friday, January 5th, 2007

In der Zeit erschien gestern ein Porträt über Maria Montessori. Sehr spannend!

Unvernünftige Frauen der Welt

Friday, December 15th, 2006

Ein wunderbares Porträt über die Krabbenfischerin Diane Wilson aus den USA bringt heute die Junge Welt.Die Umweltaktivistin erhielt schon Mordrohungen, landete mehrmals im Gefängnis und kämpft unbeirrbar weiter. Dieses Jahr erhilet sie den “Blue Planet Award” für ihr Engegament gegen die Verseuchung des Golfs von Mexiko. Eine beeindruckende Frau :-)
Zitat aus dem Artikel: “Als sie eines Tages bei einem Vortrag sagt: »Die Welt braucht mehr unvernünftige Frauen. Ihr seht ja, wohin uns die Vernunft gebracht hat!«, melden sich Frauen aus dem ganzen Land bei ihr. Dies ist die Geburtsstunde der »Unreasonable Women of the earth«, einer Frauenorganisation, die sich unkonventioneller Aktionsformen bedient. Und Diane kämpft an immer neuen Fronten. Kürzlich trat sie zusammen mit den anderen »unvernünftigen Frauen« für den Abzug der US-Truppen aus dem Irak in den Hungerstreik. Sie unterstützte während der israelischen Angriffe ausgebombte libanesische Gemeinden mit Lebensmitteln. Ein weiteres Mal trat sie in den Hungerstreik, um gegen die Kohlekraftwerke zu demonstrieren, die Texas zum weltweit größten Produzenten klimafeindlicher Gase machen.”

Rigoberta Menchú

Friday, July 14th, 2006

rigobertamenchú.jpg

Rigoberta Menchú ist Indianerin aus Guatemala und erhielt 1992 den Friedennobelpreis. Der Probst-Verlag bringt in der Reihe “Superfrauen-Politik” ein schönes Porträt der willensstarken Frau. Nachzulesen unter pressemitteilung.de. Beeindruckend!

Erste Sozialministerin der Welt

Thursday, June 1st, 2006

Wer von uns weiß schon, dass die erste Sozialministerin der Welt Alexandra Kollontai hieß, Bolschewikin war und “neue Wege der Liebe” veröffentlichte? Diese spannende Frau wird jetzt auf einer CD-ROM “Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM” von Ernst Probst vorgestellt. Eine kurze Biografie könnt ihr unter pressemitteilung lesen - hochspannend! Am Ende des Artikels ist auch ein Link zum Bestellen der CD Rom.

Schreiben und Verlegen für Menschenrechte

Wednesday, May 3rd, 2006

Das folgende Porträt gefiel uns sehr. Wir haben es mit freundlicher Genehmigung von Menschenrechte in der Schule hier leicht gekürzt übernommen:

Marion Schweizer, 1957 in Süddeutschland geboren, studiert von 1976 bis 1985 Germanistik, Anglistik und Erziehungswissenschaften in Mannheim, Tübingen und Newcastle. Ihr Vorhaben, über die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur zu promovieren, verschiebt sie kurzerhand auf das Rentenalter, nachdem sie angefangen hat, selbst Bücher zu machen. Fünf Jahre arbeitet sie als Lektorin im Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg. Sie gibt zwei Anthologien für Kinder und Jugendliche heraus und beginnt in dieser Zeit auch, Bücher aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. 1990 wechselt sie zunächst nach Köln zum Delphin Verlag und ein Jahr später zum Patmos Verlag nach Düsseldorf. Dort baut sie ein Programm mit erzählender Kinder- und Jugendliteratur auf und gibt eine Sachbuchreihe für Eltern (”Thema: Kinder”) heraus…. Als ihr 1997 durch Vermittlung des Bureau du Livre de Jeunesse in Frankfurt die in Frankreich von Syros herausgegebene Reihe “J’accuse” angeboten wird, fällt die Entscheidung schnell, diese Edition, die sich auf neuartige Weise mit Menschenrechtsthemen auseinandersetzt, in das Elefanten Press Programm zu übernehmen. Zunächst erwartet man sich im Verlag von einer politischen Jugendbuchreihe keine sonderlichen finanziellen Erfolge, aber die Wirklichkeit belehrt alle umgehend eines Besseren. Mit tatkräftiger Unterstützung durch Pressereferentin Claudia Schulz und Vertriebsleiterin Imke Reuter gelingt es, die Edition “Ich klage an!” in sehr kurzer Zeit zu einem der Aufsehen erregendsten und erfolgreichsten Verlagsprojekte der letzten Jahre zu machen. Die Presseresonanz ist enorm. Die Reihe passt perfekt ins Verlagsprogramm von Elefanten Press, sie bildet einen Link zwischen dem literarischen Programm für Jugendliche und dem politischen Sachbuchprogramm für Erwachsene. 1999 wird die Reihe mit dem LUCHS der Wochenzeitung Die Zeit und des Senders Radio Bremen ausgezeichnet. Im Herbst 2000 erhält der Titel Asyl - Das bedrohte Recht des französischen Autors Gérard Dhôtel den Gustav Heinemann Friedenspreis. Seit 2001 erscheinen in der Reihe außer den französischen Lizenzausgaben auch Originale von deutschsprachigen Autoren, die sämtlich in dieser Datenbank vertreten sind… Einen ersten Schritt in Richtung Autorentätigkeit geht Marion Schweizer 2002 mit dem Titel “Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg” - Rechtsradikale Propaganda und wie man sie widerlegt, an dem sie neben Jürgen Lanig und dem Herausgeber Wilfried Stascheit als Coautorin beteiligt ist. Außerdem stammt der Sachteil des in der Edition “Ich klage an!” erschienenen Buches Völkermord - Von der Verachtung zur Barbarei aus ihrer Feder. Als die Verlagsleitung im April 2000 das Jugendbuchprogramm von Elefanten Press an den Bertelsmann Verlag verkauft, betreut Marion Schweizer das Label Elefanten Press und die Edition “Ich klage an!” zunächst weiter, bis es vom Verlag Ende 2002 eingestellt wird. Seit Herbst 2002 entwickelt sie zusammen mit vier weiteren Mitarbeitern das Projekt “Menschenrechte in der Schule”, zu dem auch diese Datenbank gehört und für das derzeit nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht wird. Es ist beabsichtigt, die Edition “Ich klage an!” in dieses Projekt zu übernehmen und dort weiterzuführen.

Generalanwältin mit sechs Kindern

Monday, April 10th, 2006

eine ungewöhnliche Frau hat spiegel-online hier porträtiert. Zum Schluß heisst es: “Nach der Vorstellung kommt Juliane Kokott mit dem Klassenlehrer ins Gespräch. Er erzählt ihr, dass er und seine Frau, ebenfalls Lehrerin, den neunjährigen Sohn nie von einer dritten Person betreuen lassen, auch nicht, wenn sie zweimal im Jahr gleichzeitig Zeugniskonferenz haben. Die Erziehung eines Kindes sei schließlich etwas höchst Persönliches, das dürfe man keinesfalls aus der Hand geben.Juliane Kokott macht ihr undurchschaubares Gesicht dazu und schweigt.” Spannendes Porträt - zum lesen hier klicken. Viel Spaß beim Lesen!