Archive for June, 2006

Frauen dürfen das erste Mal wählen

Thursday, June 29th, 2006

Heute finden die vorgezogenen Wahlen in Kuwait statt. Zum ersten Mal haben auch die Frauen das aktive und passive Wahlrecht. Immerhin stellen sie 57 Prozent der kuwaitischen Bevölkerung. Wir dürfen gespannt sein, ob und wenn ja wie viele der 32 (von insgesamt 402 Bewerbern) Kandidatinnen ins Parlament gewählt werden. Ãœbrigens: “Die private kuwaitische Charterfluggesellschaft Al-Dschasira Airways bietet allen kuwaitischen wahlberechtigten Frauen, die im Ausland leben, zum Wahltag freie Flüge ins Heimatland an”, so die taz in ihrem schönen Artikel. Das ist Engagement …

Alice Schwarzer über Ulrike Meinhof

Tuesday, June 27th, 2006

Ein spannender Artikel von Alice Schwarzer jetzt in der emma-online: Sie nimmt das Buch der Meinhof-Tochter Bettina Röhl über ihre Mutter zum Anlass, sich noch mal mit “dem Mythos” Ulrike Meinhof zu beschäftigen. Sehr lesenswert.

Die neue Seite der Kanzlerin - WM-Freude pur

Tuesday, June 27th, 2006

Persönlich habe ich an der Politik dieser Kanzlerin viel auszusetzen, aber das Fußbballfieber teile ich mit ihr. Und im Gegensatz zu ehemaligen männlichen Kollegen, macht sie keine Inszenierung draus sondern freut sich einfach. Die Rheinische Post fasste am Freitag die “Fußballgeschichte” von Angela Merkel zusammen: “So viel Emotionen sieht man bei Angela Merkel selten. Schon gar nicht in Sachen Sport. Noch als Umweltministerin im Kabinett Kohl hatte sie bekannt, dass sie sich dafür nicht interessiere. Und doch schien ihr das Grundverständnis für Fußball-Begeisterung auch vor der WM im eigenen Land nicht völlig abzugehen: Im Februar 2005 setzte sie sich dafür ein, dass alle Fans eine “reelle Chance” auf WM-Tickets bekommen. Damit wagte Merkel sich auf ein Feld vor, das eigentlich dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder vorbehalten war, in Fußballer-Kreisen auch bekannt als „Acker“ Schröder. Wann der Wandel zur Fußball-Merkel kam, ist nicht ganz klar, doch überraschte die Kanzlerin im Januar dieses Jahres mit der Äußerung, sie habe die Europameisterschaft 1996 in Bonn in einer Kneipe verfolgt. Mindestens ebenso verblüfft waren die Deutschen von Merkels Geständnis, sie habe 2002 für das WM-Finale Ehemann Joachim Sauer allein im fernsehlosen Wochenendhaus zurückgelassen, um im Dorf bei jemandem mitzugucken. Unvergessen ist natürlich auch ihre Bemerkung, das müssten die Männer den Frauen erst einmal nachmachen - nachdem die deutschen Fußballerinnen im Jahr 2003 den Weltmeistertitel geholt hatten. Geradezu Furore machte Merkel, als sie nach dem Sieg der Fußball-Frauen mit raschen Strichen in einer Zeichnung erklärte, was ein Abseits ist.” Hätte nie gedacht, dass ich was mit Frau Merkel gemeinsam habe (((-: Gruß stefanie

Volksabstimmung zur Abtreibung

Monday, June 26th, 2006

Abtreibung ist in den USA ein unglaublich heißes Thema. Nehmen wir zum Beispiel South Dakota:Der Bundesstaat plant ein Gesetz, das Abtreibungen nur dann erlaubt, wenn das Leben der Mutter bedroht ist. “Das Gesetz, das bestreiten selbst seine Befürworter nicht, steht im eklatanten Widerspruch zur Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs im fernen Washington. Der hatte 1973 ein grundsätzliches Recht auf Abtreibung aus der US-Verfassung hergeleitet.” So die Frankfurter Rundschau. Das Thema Abtreibung gilt derzeit als einer der brisantesten Gesellschaftskonflikte in den USA. Leider haben die Abteibungsgegner schon viele Erfolge erreicht - so lernen Medizinstudenten in den USA den Schwangerschaftsabbruch nicht mehr im Studium. Was selbst für Abbrüche bei Gefahr für das Leben der Mutter schlimme Folgen haben kann. Doch durch das “radikale” Gesetzesvorhaben in South Dakota scheint jetzt die öffentliche Meinung zu kippen. Die FR schreibt:”57 Prozent der Stimmbürger wollen das Gesetz ablehnen. Der Gouverneur hat an Rückhalt eingebüßt. In beiden Parteien gerieten Abgeordnete, die für den Abtreibungsbann stimmten, unter starken Druck. Für den Politologen Robert Burns von der University of South Dakota kommt der Wandel nicht überraschend. Jahrzehntelang hatte die Abtreibungsdebatte in den USA eine künstliche Dynamik: Interessenverbände auf beiden Seiten heizten das Thema an. Real aber war der vom Verfassungsgericht abgesicherte Status quo nie gefährdet. Davon profitierten vor allem die Abtreibungsgegner. “Wer gegen etwas ist, ist motivierter”, sagt Burns. Jetzt aber, wo mit der Neubesetzung des Verfassungsgerichts ein Verbot denkbar wurde, mobilisiert die Gegenseite.” Das lässt doch hoffen …

Ehegattensplitting einfach

Thursday, June 22nd, 2006

In der Diskussion zum Ehegattenspliting meldet sich auch die Zeit zu Wort. Ein sehr informativer Artikel über die Hintergründe und Intentionen der Verfassungsrichter von 1957. Sie waren damals ihrer Zeit schon voraus. Es geht also doch, das Splitting zu verändern!

Aufruf zum Boykott gegen steigende Benzinpreise

Wednesday, June 21st, 2006

Wie es angedeutet wird, werden die Benzinpreise bis zum Sommer ein absolutes Rekordhoch erreichen - lt. Experten etwa 139,9 Cent für 1 Liter Normalbenzin oder mehr.

Wenn wir wollen, dass dies nicht geschieht, bedarf es einer gemeinsamen Aktion gegen diese Ölgiganten. Über die mehrfach angedachten Aktionen an einem bestimmten Tag nicht zu tanken, lachen die Ölfirmen natürlich nur, weil sie genau wissen, dass wir auf den Kraftstoff angewiesen sind.

Jetzt habe ich eine Email bekommen, in der dazu aufgerufen wird, konsequent kein Benzin mehr bei den beiden größten Anbietern zu kaufen (SHELL UND ARAL). Wenn diese beiden Mineralölfirmen keinen Benzin verkaufen, werden sie gezwungen sein, sich über den Preis die Kunden zu holen. Sollten die beiden großen Firmen die Preise senken, werden die anderen Firmen nachziehen müßen. Dieses System hat auch schon bei anderen Dingen des täglichen Lebens geholfen (Lebensmittelpreise, Handytarife etc.). Dieser Versuch kann natürlich nur gelingen, wenn die soviel Verbraucher wie möglich mit machen!!!!

Eine weitere Alternative ist natürlich Bus + Bahn und das gute alte Fahrrad!

US-Episkopalkirche wählt Frau an ihre Spitze

Tuesday, June 20th, 2006

Aus der Schweizer Tagesschau: Zum ersten Mal in der Geschichte der anglikanischen Kirchen leitet eine Frau die Episcopal Church in den USA, der 2,3 Millionen Gläubige angehören. “Jefferts Schori hat einen Doktor in Ozeanografie und spricht fliessend spanisch. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter, die als Offizierin bei der US-Luftwaffe dient. Die 52-Jährige gehört der liberalen Mehrheit der Episkopalkirche an: So hatte sie sich 2003 für die Ordinierung von Gene Robinson als ersten bekennenden Homosexuellen zum Bischof eingesetzt und hat auch nichts dagegen, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften den kirchlichen Segen zu erteilen.”

Ehegattensplitting - echt kompliziert

Tuesday, June 20th, 2006

Das Handelsblatt veröffentlichte gestern einen Hintergrund-Artikel zum Thema “Ehegattensplitting”. Ich bin ja schon lange für die Abschaffung des Splittings - und jetzt gibt es sogar Unterstützung von der CDU. Es ist aber rechtlich doch kompliziert. Unsere Idee: Abschaffung der Personensteuern - dafür höhere Mehrwertsteuern und Umsatzsteuern. Vielleicht wäre das der zukunftsträchtigere Weg….

Haushalt

Monday, June 12th, 2006

Wenn immer mehr Mütter berufstätig sind, müssen auch die Kinder immer stärker im Haushalt mithelfen - möchte frau meinen. Doch weit gefehlt: Nach einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung lässt die Mithilfe von Kindern und Jugendlichen im Haushalt deutlich nach. Während noch 1991 42 % der 12- bis 15-jährigen Jungen im Haushalt mithalfen, sind es heute nur noch 27 %. Bei den Mädchen sieht es nicht viel besser aus: Noch 1991 halfen 56, heute 39 %. Lasst Eure Kinder ruhig bei der Hausarbeit helfen, es gibt keine bessere Vorbereitung auf das wirkliche Leben. Die Studie sagt leider nichts über die Mithilfe der Männer im Haushalt.

“Hausarbeit ist Menschenarbeit und nicht Frauenarbeit.” (Zitat: Alice Schwarzer)

Zeitwohlstand

Friday, June 9th, 2006

“Deutschland fehlt es an Zeitwohlstand”, meint Professor Ulrich Mückenberger von der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik. Zu Zeitwohlstand gehöre “zum Beispiel, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen nicht ungleich behandelt werden. Bisher sind Frauen- und Männerzeiten im Alltag nach wie vor etwas völlig Unterschiedliches. Oftmals setzen sich Frauenzeiten – auch wenn sich hier eine Veränderung abzeichnet – aus Puzzles unterschiedlicher Zeitgeber zusammen, während Männerzeiten sich durch größere lineare Blöcke auszeichnen, bei denen viel eigene Entscheidung eine Rolle spielt.” Ein interessanter Ansatz - entspricht ein wenig der Forderung nach Bruttosozialglück. Das ganze Interview hier im Informationsdienst für Politik.