Archive for December, 2006

Zum Jahreswechsel

Friday, December 22nd, 2006

Ich wünsche euch schöne Tage zum Jahresende und einen frohen Wechsel in das neue Jahr. Der Blog macht zumindest von meiner Seite aus Pause bis zum 2. Januar. Und für alle, die eine gute Geschichte schätzen: lest noch etwas weiter, es lohnt! Grüße euch herzlich stefanie

“Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten.

Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”, hörte man flüstern .. “Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen” ,waren die Kommentare.

Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: “Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?” Sie nickte: “Ja”. Dann sagte er: “Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.” Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. “Wir wollen Ihnen etwas zeigen”, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. “Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.” Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. “Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben” ,sagte Marks Mutter. “Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.”

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: “Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch”. Chucks Frau sagte: “Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.” “Ich habe meine auch noch”, sagte Marilyn. “Sie ist in meinem Tagebuch.” Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. “Ich trage sie immer bei mir”, sagte Vicki und meinte dann: “Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt.”

Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es ihnen, bevor es zu spät ist.”

(VerfasserIn unbekannt)

Wer ist schon eine Superfrau?

Thursday, December 21st, 2006

Tja, so hätten es die Medien gern (wer nicht?): … Unternehmerinnen sind stark, attraktiv (natürlich), leistungsorientiert und durchsetzungsfähig - halt so wie Männer. Nebenbei managen sie noch voller Power ihre Familie.

Kein Wunder, dass sich noch nicht viele (bisher nur 28 %) Frauen zur Unternehmerin geboren fühlen. Das “Superfrauen-Image” schreckt ab. Das fand jetzt eine Studie zum Unternehmerinnenbild in den Medien der Universität Gießen heraus, die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Frauenministeriums durchgeführt wurde - so berichtet heute das online-Magazin für Frauen brikada.  Zitat: “Unternehmerinnen werden nach wie vor an einer männlich orientierten Norm gemessen. Sie sind hart arbeitende Power-Frauen, die Enthusiasmus, Energie und Härte zeigen, schlau sind, es geschafft haben und eben auch noch gut aussehen. Laschet: “Kurz gesagt, Unternehmerinnen sind wahre Superfrauen, die ihre ‘Frau’ in einem männerdominierten Bereich stehen. In der medialen Darstellung ist das Unternehmerinnentum an sich noch viel zu häufig Nebensache, die Vielseitigkeit und die Erfolge weiblichen Unternehmertums kommen bei der Darstellung meist zu kurz.”

Wir gratulieren Emma

Monday, December 18th, 2006

Emma - die große Dame der feministischen Zeitschriften  - wird im Januar 30. Wir gratulieren Alice Schwarzer, der Gründerin, und der Redaktion von Herzen. An der emma spalten sich seit Jahren die Geister. Und natürlich auch an Alice Schwarzer - der wohl berühmtesten Feministin Deutschlands. Emma ist so notwendig wie eh und je. Das zeigt sowohl die Häme in der taz, die sich nicht schämt einen Artikel mit “emama” zu titeln,  als auch zahlreiche Interviews bzw. Zitate mit und von Alice Schwarzer zum Dreißigjährigen. Es ist schon bewundernswert, wier die Emmas durchgehalten haben und immer wieder um ihren Platz im deutschen Blätterwald kämpfen. Respekt Ladies - ihr seid gut! :-)
P.S. Ein Besuch auf der Emma-Site lohnt sich - witzige Kanzlerinnengrüße ;-)

Unvernünftige Frauen der Welt

Friday, December 15th, 2006

Ein wunderbares Porträt über die Krabbenfischerin Diane Wilson aus den USA bringt heute die Junge Welt.Die Umweltaktivistin erhielt schon Mordrohungen, landete mehrmals im Gefängnis und kämpft unbeirrbar weiter. Dieses Jahr erhilet sie den “Blue Planet Award” für ihr Engegament gegen die Verseuchung des Golfs von Mexiko. Eine beeindruckende Frau :-)
Zitat aus dem Artikel: “Als sie eines Tages bei einem Vortrag sagt: »Die Welt braucht mehr unvernünftige Frauen. Ihr seht ja, wohin uns die Vernunft gebracht hat!«, melden sich Frauen aus dem ganzen Land bei ihr. Dies ist die Geburtsstunde der »Unreasonable Women of the earth«, einer Frauenorganisation, die sich unkonventioneller Aktionsformen bedient. Und Diane kämpft an immer neuen Fronten. Kürzlich trat sie zusammen mit den anderen »unvernünftigen Frauen« für den Abzug der US-Truppen aus dem Irak in den Hungerstreik. Sie unterstützte während der israelischen Angriffe ausgebombte libanesische Gemeinden mit Lebensmitteln. Ein weiteres Mal trat sie in den Hungerstreik, um gegen die Kohlekraftwerke zu demonstrieren, die Texas zum weltweit größten Produzenten klimafeindlicher Gase machen.”

25 Cent - und ein Geschäft entsteht

Thursday, December 14th, 2006

yunus.jpgEs gibt Männer, die haben wirklich etwas zu sagen - und dass obwohl sie Betriebswirtschaft studiert haben. Das soll ja vorkommen ;-) Einer von ihnen ist Mohammad Yunus, dem am 10. Dezember in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Es gibt ein wunderbares Interview mit ihm in der Wochenzeitschrift “freitag”. Unter anderem erzählt er dort, wie er auf die Idee der Gründung der berühmten Grameen - Bank kam, die Kleinstkredite an Menschen in armen Regionen der Welt vergibt. Ein kurzer Auszug:

“FREITAG: Gab es ein Schlüsselerlebnis, bevor Sie Ihre Bank für die Armen gegründet haben?
MOHAMMAD YUNUS: Ich traf eines Tages eine Frau, die einen Bambusstuhl herstellte. Ich habe sie gefragt, wie viel sie damit verdiene. Sie war wirklich sehr, sehr arm. Sie sagte mir, es gäbe pro Tag nur einige Cent Gewinn, weil sie kein eigenes Geld habe, um Bambus zu kaufen. Sie musste es sich beim Bambushändler leihen und war ihm dadurch ausgeliefert. Das heißt, sie musste jeden Preis akzeptieren. Praktisch war sie eine Sklavenarbeiterin. Das Bambusmaterial für einen Stuhl kostete 25 Cent, aber die hatte sie nicht. ”

grameen.gif

Gute Nachricht aus Venezuela

Monday, December 11th, 2006

Gefunden bei indymedia.org:

“Gute Nachrichten für die Frauen in Venezuela. Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wurde in der ersten Anhörung in der venezolanischen Nationalversammlung das Gesetz über das Recht der Frauen auf ein Leben ohne von Gewalt (Ley Orgánica sobre el Derecho de las Mujeres a una Vida Libre de Violencia) verabschiedet. Das Gesetzesprojekt, das physische, symbolische und juristische Gewalt gegen Frauen sowie Gewalt innerhalb der Familie bestraft, bedarf noch einer öffentlichen Zustimmung, bevor es definitiv in Kraft tritt. Dafür veranstaltete die Nationalversammlung im November Tage des “Straßenparlamentarismus”. Alle Gesetze, die das aktuelle Parlament billigt, müssen diese öffentliche Zustimmung bekommen.

Das Gesetz definiert 19 Formen von Gewalt gegen Frauen: psychische, körperliche, häusliche und sexuelle Gewalt, Gewalt am Arbeitsplatz und in der Familie, wirtschaftliche, mediale, institutionelle und symbolische Gewalt, Gewalt bei der Entbindung, sowie Zwangssterilisierung, Handel von Frauen, Mädchen und Jugendlichen, Verfolgung und Belästigung, Bedrohung, gewaltsamer Geschlechtsverkehr, Zwangsprostitution, sexuelle Sklaverei und sexuelle Verfolgung.Sexuelle Verfolgung soll mit ein bis drei Jahren Haft bestraft werden, der Handel von Frauen, Mädchen und Jugendlichen mit 15 bis 20 Jahren Haft und die “mediale Gewalt” mit sechs bis 20 Monaten. Das Gesetzesprojekt definiert als mediale Gewalt “eine Zurschaustellung von Frauen, Mädchen oder Jugendlichen in gleich welchem Medium, die diese mit wirtschaftlichen, sozialen oder herrschaftlichen Zielen direkt und indirekt ausbeutet, diskriminiert, entehrt, erniedrigt oder sich gegen deren Würde richtet”.

Weiter etabliert das Gesetz den Gegenstand der “Entbindungsgewalt” und definiert diese als eine Situation, in der eine Frau nicht angebracht und wirksam behandelt wird, in der sie gezwungen wird, auf dem Rücken liegend mit gehobenen Beinen zu gebären, in der ihr die Möglichkeit verweigert wird, ihr Kind direkt nach der Geburt zu sehen, in der der übliche Geburtsvorgang geändert wird oder in der sie gezwungen wird, mit Kaiserschnitt zu entbinden.

Im Gesetz werden außerdem Mechanismen etabliert, um den Staat dazu zu bringen, sein verfassungsmäßiges Mandat zu erfüllen und den Genuss und die Ausübung der Menschenrechte der Frauen zu garantieren. Desweiteren schreibt es die Schaffung besonderer Gerichte vor, die auf Geschlechtergerechtigkeit spezialisert sind.”

Ein Beitrag von einem Wichtel / einer Wichtelin?

Friday, December 8th, 2006

zur Information:Button

Jahresendgedanken

Warum dürfen Weihnachtsfeiern in Betrieben eigentlich nicht mehr Weihnachtsfeiern heißen? Das erinnert irgendwie an die “geflügelte Jahresendzeitfigur” der DDR. Warum wird an Weihnachten jedes noch so verstaubte Klischee gemeinsam mit dem Baumschmuck wieder vom Dachboden geholt: Die sorgende Mutter, die Plätzchen und Stollen bäckt, den Kindern einen Adventskalender bastelt und es überhaupt im ganzen Haus adventlich-festlich aussehen und duften lässt. Männer haben die Aufgabe, im tief verschneiten Wald ein Bäumchen zu schlagen, das dann (während im Kamin das Feuer knistert) bei leiser Chormusik aus der Stereoanlage geschmückt wird.Ohne Lametta natürlich … Und dann Oma und Opa, die am Heiligen Abend zur Bescherung vorbeikommen. Singles tauchen in diesen Hochglanz-Weihnachtsklischees nicht auf; allenfalls wird ihnen unterstellt, dass sie mehrheitlich Suizidgedanken nachhängen.

Warum gibt es eigentlich keine “neue Weihnachtskultur” jenseits der völligen Weihnachtsverweigerung bzw. dem verkitschten X-mas-Getümmel mit rotbemützten Gestalten, die an Hauswänden emporklettern? Wo ist die eigentliche Bedeutung der “stillen Nacht” geblieben? Die Kauflaune in diesem Jahr sei so gut wie schon lange nicht mehr - was macht die Adventszeit über diese Meldung hinaus aus?

Ich will mich nicht vom Geschenkestress in den Wahnsinn treiben lassen. Ich möchte eine “beschauliche” Adventszeit mit der Möglichkeit durchzuatmen. Ist es reaktionär, wenn ich mir wünsche, mal wieder die Zeit zu haben, das ganze Weihnachtsoratorium von vorne bis hinten zu hören?

Arbeit schützt vor Armut nicht

Friday, December 8th, 2006

Auch bei uns gibt es sie längst - die “Working Poor”. Der Begriff kommt aus den USA und meint die Menschen, die trotz geregelter Arbeit ständig von Armut bedroht sind. Bei uns sind es über 1.6 Millionen Menschen. Besonders betroffen: alleinerziehende Frauen, die auf Grund von Kindern Teilzeit arbeiten. Dies berichtet die Financial Times gestern über eine Studie des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zum Thema “Leben in Europa”. Dies hat zur Folge, dass weit über 1 Million Menschen mehreren Jobs nachgehen - oft im Bereich der ungesicherten Minijobs. So schreibt die FTD: “Bei den Mehrfachbeschäftigten sind Frauen mit 830.000 deutlich stärker vertreten als Männer (630.000). Frauen kombinierten oft mehrere Mini-Jobs, während Männer eher ihr Haupteinkommen mit einem Nebenjob aufbesserten.”
Wie war das? Bei einem Grundeinkommen legen sich alle auf die faule Haut? So ein Schwachsinn :-(

Fahnen für die Frauen

Thursday, December 7th, 2006

Ich hoffe ihr habt die deutschen und internationalen Fahnen von der WM in diesem Jahr noch aufgehoben. Schon in fünf Jahren brauchen wir sie hoffentlich wieder: 2011 soll Deutschland Austragungsort der FRAUEN- WM im Fußball sein - meldete gestern pr-inside. Sind das nicht wunderbare Nachrichten? Da drücke ich ausnahmsweise dem Herrn Zwanziger mal die Daumen ;-)
eine fußballbegeisterte stefanie

Eine Lüge nach der nächsten

Tuesday, December 5th, 2006

Gerade erst gefunden aber trotzdem hochaktuell: Bfjörn Schwentker hat im Juni in der Zeit einen vierteiligen Artikel zum Thema “Demografie” veröffentlicht. Seine Ãœberschrift “Aussterben abgesagt”. Die Artikel sind fantastisch.

Nur einige Fakten: Wussten Sie, dass die Statistiken des Standesamtes zum Teil echt Schwachsinn sind? Zum Beispiel: Wenn eine Frau geschieden ist und wieder ein Kind bekommt, ist das dann wieder ihr erstes Kind. Oder der Mikrozensus: “Dem Mikrozensus gelten all jene Frauen als kinderlos, die zum Befragungszeitpunkt noch keine Kinder haben, aber später welche bekommen. Hinzu kommen alle Frauen, deren Kinder zwar noch im Haus leben, aber bereits 18 Jahre alt sind. Ebenso sämtliche Frauen, deren Kinder bereits alle ausgezogen sind. Das ist aber noch nicht alles. Auch solche Frauen gelten als kinderlos, deren Kinder zwar noch nicht volljährig sind, aber momentan nicht im mütterlichen Haushalt wohnen.”

Sein Fazit: Die Demografie-Diskussion ist eine ideologische - nicht eine von Fakten genährte Diskussion. Das ahnte ich doch ;-)