Archive for April, 2007

Gleiche Zeit für alle - nur in Italien nicht

Friday, April 27th, 2007

Erstaunlich aber anscheinend wahr: eine neue internationale Untersuchung brachte es an den Tag: In den westlichen Industrieländern arbeiten Frauen und Männer am Tag gleich lang. Die Unterschiede sind gering: So schaffen Frauen in Deutschland pro Tag acht Minuten länger, in den Niederlanden arbeiten sie sieben Minuten weniger und in den USA knapp vier Minuten weniger.

Sie arbeiten anders - aber gleich viel. In Deutschland z.B. gehen die Männer 4,4 Stunden der bezahlten Arbeit nach, die Frauen bekommen nur für 2,2 Stunden ihr Geld. Zählt man jedoch die (unbezahlte) Hausarbeit hinzu, dann arbeiten Männer 7,3 Stunden und Frauen 7,4 am Tag (Zahlen sind statistisch inklusive Wochenende gerechnet). Ähnliches gilt für fast alle westlichen Industrieländer, manchmal arbeiten die Männer, manchmal die Frauen etwas mehr. Die Unterschiede sind aber gering.

Natürlich gibt es Ausnahmen: So gilt für ärmere Länder in der Regel, dass Frauen sehr viel mehr arbeiten. Und auch in Italien ticken die Uhren anders: Dort arbeiten Frauen 8 Stunden, die Männer dagegen nur 6,5 Stunden pro Tag. Keine Gruppe hat so viel Freizeit wie die italienischen Männer, fanden die Experten heraus.
Na immerhin - da ist die Welt für die Jungs noch in Ordnung ;-) Quelle: Väter-Blog

Venizianer aufgepasst: Hai kommt

Friday, April 20th, 2007

Die erste Gondoliera in Venedig ist eine Deutsche. Alexandra Hai ertrotzte sich gegen alle Widerstände das Recht, eine Gondel in den Kanälen der Stadt zu steuern. Zwar gehört sie nicht zu der “offiziellen” 400 Mann starken Truppe der Gondoliere, doch per Gericht setzte sie ihre private Erlaubnis für eine Hotelgruppe durch.

1996 kam Alexandra Hai nach Venedig und verliebte sich auf Anhieb in die Lagunenstadt. Der Beruf des Gondoliere hat es ihr besonders angetan. Doch “es hat noch niemals eine Gondoliera gegeben” tönte es ihr von der männlichen Zunft entgegen. Um eine Lizenz zu erwerben, müssen alle Bewerber ein Examen für Gondelfahrer ablegen. Hier ließen die Jungs die hartnäckige Frau dreimal durchfallen. Doch sie erhielt von anderer Seite Unterstützung. Ruderchampion und Gondelbauer Crea Vianello baute ihre Gondel “Pegaso”, eine private Hotelkette engagierte die erste Gonoliera - doch selbst das wollten ihr die gekränkten Männer verbieten. Sie erhielt eine Geldstrafe und bekam Kanalverbot. Jetzt zog sie mit Unterstützung des Hotels vor Gericht - und bekam vor dem venezianischen Verwaltungsgericht Recht. Heute steuert sie ihre “Pegaso” und beweist, dass mit an Sturheit grenzender Hartnäckigkeit auch für Frauen alles geht. Hieß es doch anfangs bei ihren männlichen Kollegen: “Eine Frau kann das nicht.” Denkste! :-)

Alle wollen sie unser Bestes

Tuesday, April 17th, 2007

Also jetzt mal ehrlich - mir stinkt das allmählich. Alle wollen sie unser Bestes - und sind doch nicht bereit das Beste für uns zu geben. Die Wirtschaft schreibt einen Brief an die Parteivorsitzenden von CSU, CDU und SPD und will endlich mehr Krippenplätze, damit die Frauen in ihren Betrieben bleiben. Unterzeichnet ist der Brief vom 12. April von den Chefs des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Otto Kentzler. Ja Jungs, dann bietet uns doch mal eine schöne Perspektive an. Denn ob ich als Frau arbeiten will hängt nicht in erster Linie vom Krippenplatz ab. Wenn ich meine Arbeit liebe, mich wertgeschätzt fühle und genug verdiene - dann krieg ich es auch irgendwie mit der Betreuung hin.
Und gleich darauf fordern dann Frauen wie die vierfache Mutter Beatrix Selk-Schnoor (Familiennetzwerk) bei Maybrit Illner: “Ich will auch.” Sie stellt die absurde Fordertung auf, dass Eltern (sprich Mütter) die ihre Kinder zu Hause betreuen, das gleiche Geld vom Staat erhalten, wie ein Krippenplatz kostet. Jetzt mal ehrlich, da geht mir der Hut hoch. Der Staat soll es dann auch noch finanzieren, dass gut ausgebildete Frauen, die eine staatlich finanzierte Ausbildung erhalten haben, mit all ihren Qualifikationen zu Hause bleiben, um Essen zu kochen, Badezimmer zu putzen und ihre Kinder zu chauffieren. Das kann es doch nicht sein.
Als Unternehmerin habe ich - manchmal recht mühsam - rechnen gelernt: Ich investiere nur dann, wenn ich mir auch den sogenannten “return of investment” ausrechnen kann. Gesellschaftliche Erziehung von Kindern ja - im Sinn der Kinder und der Frauen, die gern weiter arbeiten wollen. Gesellschaftliche Finanzierung von Hausfrauen - nein! Da ist mir schon das Ehegattensplittimng ein Dorn im Auge.
So - jetzt habe ich mir mal meinen Frust von der Seele geschrieben. Freue mich über eure Kommentare :-)