Archive for May, 2007

In eigener Sache

Tuesday, May 22nd, 2007

Am 16. Juni wird in Düsseldorf wahrscheinlich die Auflösung der Partei “Frau Macht Zukunft” beschlossen. Der Bundesmitgliederversammlung liegt ein Antrag des Parteivorstandes vor: “Der Parteivorstand beantragt die Auflösung der Partei “Frau Macht Zukunft”. Begründung: Trotz aller Anstrengungen gelingt es uns seit zwei Jahren nicht, mehr Interesse und Mitgliedsfrauen für die Partei zu gewinnen. Das hat wahrscheinlich sehr viele Ursachen, ist aber Fakt. Gleichzeitig stellen wir auch fest: Die Gründung der Partei war richtig und auf jeden Fall einen Versuch wert. Wir haben dadurch viele neue Frauen zusammen gebracht, mit unserer Petition (mehr Frauen in Aufsichtsräte) 541 Menschen erreicht - und wir wollen auch weiterhin politisch aktiv bleiben. Wir könnten uns vorstellen “Frau Macht Zukunft” zu einer virtuellen Initiative von politisch interessierten und engagierten Frauen zu entwickeln, die über Parteigrenzen hinaus wirkt. Dies möchten wir mit den Frauen auf der Bundesmitgliederversammlung diskutieren.”
Beste Grüße stefanie

Kein Geld für die Kleinsten?

Monday, May 14th, 2007

Paradox

Ausgerechnet mit dem nicht gebrauchten Kindergeld werden in Zukunft unsere Plätze für <Dreijährige bezahlt.

Nur einmal angenommen, die Möglichkeit, daß auch die ganz Kleinen betreut werden, gibt den Anreiz bei den Familien Kinder in die Welt zu setzen. Wer finanziert dann das Kindergeld?

“Alice Schwarzer der Weinbruderschaft”

Tuesday, May 8th, 2007

Fundstück in der Allgemeinen Zeitung: Frauen können ab 2008 Mitglied in der Weinbruderschaft Rheinhessen werden. Die offene Abstimmung brachte es zutage: 68 Männer waren dafür, 41 stimmten dagegen und sechs enthielten sich. Mann munkelte später, in einer geheimen Abstimmung wäre das Ergebnis bestimmt anders ausgefallen. So kippte wiederum eine der letzten Männerbastionen. Aber natürlich nicht ohne Widerstand. So gab Weinbruder Horst Schwörer, einer der Mitbegründer der Weinbruderschaft Rheinhessen, zu bedenken: “Wir haben eine Weinbruderschaft 1970 gegründet und dabei soll es bleiben. Parallel dazu schlage ich vor, eine Weinschwesternschaft ins Leben zu rufen.” Und ein anderer Bruder beschwor: “Ich bin Mitglied in der Bruderschaft geworden, weil ich das Bedürfnis habe, unter Männern zu sein. Die Geschlechter verhalten sich nun mal anders, wenn sie getrennt sind. Wir haben eine Männeridentität und darauf bin ich stolz - meinetwegen bin ich die Alice Schwarzer der Weinbruderschaft.” Anscheinend hat er vergessen, dass Alice Schwarzer sich für Gleichberechtigung und so gar nicht für Ausgrenzung stark macht. Wie dem auch sei - die Weinschwestern sind dank der 68 Ja-Stimmer nun willkommen ;-)

Bischof Mixa auf links

Friday, May 4th, 2007

Gerade habe ich mir einen Kommentar im Tagesspiegel-online von Wilhelm Hankel zum Thema “Vom Herd ans Fließband - Leyens Krippenpläne nutzen vor allem der Wirtschaft” durchgelesen. Was da ziemlich verquast beschrieben steht, ist fast die Position des Augsburger Bischofs - nur jetzt mit linken Worthülsen begründet. So schreibt der Wirtschaftswissenschaftler unter anderem: “Neuester Schritt auf diesem Wege ist die von der Bundesfamilienministerin mit Verve betriebene Kommunalisierung der Kinderbetreuung. Nur: Was so human klingt und dazu dienen soll, die Doppelbelastung der Frauen mit Haushalt und Beruf zu reduzieren, bewirkt das Gegenteil. Die Ungleichbezahlung von Frauen- und Männerarbeit wird nicht aufgehoben, sondern zementiert; die Entlastung von den Kosten der Kinderbetreuung fördert weder die Kinderfreudigkeit in der Gesellschaft, noch macht sie den Sozialstaat attraktiver, denn er bleibt ein System der Altersfürsorge unter Ausklammerung jeglicher Jugend- und Nachwuchsförderung….Voll auf ihre Kosten kommt jedoch die Wirtschaft. Sie kann weiterhin an den höheren Kapital- als Arbeitsentgelten festhalten. Der Zustrom billiger und weitgehend untertariflich bezahlter Arbeitskräfte bleibt gesichert.”

Gänzlich ignoriert der Autor, dass Frauen seit Jahrzehnten bessere Betreuungmöglichkeiten für ihre Kinder fordern, Frauen in der Regel auch qualifizierter aus der Schule gehen als Männer (von wegen “Zustrom billiger Arbeitskräfte”), und Väter ja auch etwas mit Kinderbetreuung zu tun haben. Bestimmt hat Hankel Recht in der Sorge, dass andere Ungleichheiten zwischen Männer und Frauen durch bessere Kinderbetreuung trotzdem bestehen bleiben - aber was hat der Apfel mit der Birne zu tun? :-(