Archive for November, 2007

Lob für einen Mann

Friday, November 30th, 2007

Es gibt Männer, die muss man auch mal loben: Zum Beispiel Götz Werner, den Gründer der Drogeriemarktkette dm, die übrigens auch für eine hervorragende Ausbildung schon ausgezeichnet wurde. Er wandte sich in einem Brief an die Delegierten der Grünen auf ihrem Parteitag und argumentiert mit scharfem Florett noch einmal für ein Grundeinkommen. Immerhin stimmten 40% der Grünen dafür - auch wenn der Vorstand schwer dagegen war und ist - und sich leider letztlich durchsetzte.
Zitat aus dem Brief:
goetzwerner.jpg “An der Unfehlbarkeit der politischen Führung bestehen zu Recht mehr und mehr Zweifel. Dies zeigt eindringlich und überzeugend der gerade veröffentlichte Kinderreport 2007 des Kinderhilfswerkes, wonach mittlerweile 2,5 Millionen Kinder in Deutschland unterhalb der Armutsgrenze leben. Fast sechs Millionen Kinder, also ein Drittel, leben in Haushalten, die über ein Jahreseinkommen von 15.300 Euro oder weniger verfügen. Angesichts solcher Zahlen erscheint die Sorge des Parteichefs Bütikofer, ein Grundeinkommen auch an einige Bürger auszuzahlen, die das nach seiner Ansicht nicht nötig haben, kleinkariert.
Und er vergisst dabei, dass wir als Bürger (oder – nach seiner Denkart – die Politik) bereits heute jedem Bürger einen Steuerfreibetrag gewähren, der in seiner Höhe dem von mir geforderten Kulturminimum von rund 850 Euro entspricht.
Bütikofer ignoriert auch, dass er, wie zahlreiche Mitglieder der neuerdings so genannten „Oberschicht“, durch den Besuch kultureller Einrichtungen wie Opern- und Konzerthäuser, Museen,Sportarenen, bei denen jeder Besuch mit zumeist weit mehr als 100 Euro pro Veranstaltung subventioniert wird, das Kulturminimum für sich wie für den Rest der „Oberschicht“ sehr wohl
beansprucht.”

Was sind Lohas?

Friday, November 30th, 2007

Lohas steht für “Lifestyle of Health and Sustainability”. Es ist eine Zielgruppe, die Marketingexperten neu entdeckt haben - eine Gruppe von Menschen, die viel Wert auf ökologische Produkte und ethische Verantwortung der Unternehmen legt. In dieser Gruppe sind Frauen oft Vorreiter, von Hollywoodgrößen bis zu engagierten Familienfrauen. Wer Blogs im Bereich von Umwelt und Nachhaltigkeit sucht, findet eine schöne Liste im Blog von Klaus Eck.
Ein Lohas-Produkt: Der Fiat Panda, der mit Erdgas fährt -

fiat_panda.jpg

Namibia probiert Grundeinkommen aus

Tuesday, November 27th, 2007

Publik-Forum berichtete in Ausgabe 17 von diesem Jahr: Namibia will in einen Dorf ein Modellprojekt mit dem Grundeinkommen starten. Die 1005 Einwohner von Otjivero-Omitara erhalten ab Beginn nächsten Jahres ein monatliches Grundeinkommen von 100 namibischen Dollarn (12 Euro). Der Beitrag reicht aus, um die Dorfbewohner über die Armutsgrenze zu heben. Er soll dafür sorgen, dass alle genug zu essen haben, die Kinder in die Schule gehen können und dass die Fahrt zum nächsten medizinischen Zentrum bezahlt werden kann. Die Hoffnung: Der Beitrag soll es Frauen und Männern ermöglichen, sich eine kleine Existenz aufzubauen, statt weiter von der Hand in den Mund zu leben. “Die Idee entstand im Jahr 2002, als eine von der namibischen Regierung eingesetzte Kommission die Einführung eines “Basic Income Grant” (kurz BIG) als Mittel zur Armutsbekämpfung empfahl. Seitdem wird BIG in ganz Namibia diskutiert”, schreibt die Redakteurin Bettina Stang. Weiter Informationen (auf englisch) hier.
omitara_namibia2.jpg

CDU, Grüne - nur SPD schweigt

Tuesday, November 27th, 2007

In den bürgerlichen Parteien wird um das Thema Grundeinkommen (die CDU sagt “solidarisches Bürgergeld”) gerungen. Die Welt berichtete gestern vom kleinen Parteitag der CDU in Berlin. Bereits am Samstag veröffentlichte die Zeitung einen Beitrag zur Abstimmung bei den Grünen. Ein grundsätzlicher Artikel unter der Ãœberschrift “Reale Utopoie” findet sich im Handelsblatt von letzter Woche.

Hakenkreuz als Preis für Zivilcourage ??????

Sunday, November 25th, 2007

Nach Angaben der Polizei haben Rechtsextremisten im sächsischen Mittweida einer 17-jährigen ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt. Die Frau war zuvor einer Sechsjährigen [Spätaussiedlerin] zu Hilfe gekommen, die von den vier Männern drangsaliert wurde. Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen, aber das zuständige Amtsgericht Chemnitz lehnte es ab, einen Haftbefehl gegen den Festgenommenen zu erlassen. Der Tatverdacht gegen den 19-jährigen sei nicht ausreichend. Quelle. u. a. Spiegel-online
Der Vorfall, der sich bereits am 3. November 2007 ereignet hat, muß von zahlreichen Menschen aus der Nachbarschaft beobachtet worden sein. Leider ist von diesen Nachbarn keiner so mutig, der jungen Frau beizustehen. Ich finde das ist eine riesen Sauerei und möchte hiermit meinen Respekt und meine Achtung vor dieser 17-jährigen zum Ausdruck bringen. Viel zu viele Menschen schauen immer weg!!!
Mein Aufruf an Euch: Ich möchte gerne so viele Emails wie möglich bekommen, in dem ihr Eure Sympathie für diese 17-jährige bekundet. Diese ganzen Emails werde ich dann an diese 17-jährige weiterleiten. Ich finde es eine Schande, daß nicht gegen diese Rechtsradikalen vorgegangen wird. Die Frau sollte deshalb von uns ihre Anerkennung bewiesen bekommen. Ich warte auf Eure Emails!!!!!!

Kategorie Grundeinkommen

Friday, November 23rd, 2007

:-) Neu im Blog ist die Kategorie Grundeinkommen. Zu dem Thema gibt es immer wieder neue Erkenntnisse, Diskussionen und Berichte. Diese wollen wir so gut es geht verfolgen und dokumentieren. Heute gibt es zum Beispiel ein interessantes Interview in der fr-online mit Robert Zion, dem grünen “Rebell” aus Göttingen. Und die Financial Times veröffentlichte eine Buchrezension zum Buch von Wolfgang Engler “Unerhörte Freiheit. Arbeit und Bildung in Zukunft”, in dem es auch um das Grundeinkommen geht. Eine kurze Zusammenfassung der Auseinandersetzung bei den Grünen zu dem Thema findet ihr in der Zeit.

Utopische Ideen

Thursday, November 22nd, 2007

Ein spannendes Portal - von einer Frau gegründet - und viele Frauen machen mit. Es ist noch im Aufbau begriffen, hat aber schon sehr spannende Inhalte - z. B. zu Lebensmitteln und Kosmetik. Und Sandra Maischberger kauft fürs Baby ökorrekt ein :-) utopia_banner.gif

Das Leben schützen

Monday, November 19th, 2007

Von der Quantenphysikerin zur Verfechterin von Nachhaltigkeit und Biodiversität

Ein Bericht von Elena Martin Casais

vandana_shiva.jpgSchon als Kind wollte Vandana Shiva, 1952 in einem kleinen Dorf am Fuß des Himalaya geboren, Wissenschaftlerin werden, wie ihr Vorbild Albert Einstein. Einige Jahre später scheint sich dieser Traum für die aufgeweckte Inderin zu erfüllen. Als promovierte Quantenphysikerin kehrt sie aus Kanada in ihre Heimat Indien zurück. Doch mit der Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung vor Ort konfrontiert, sieht sie sich verpflichtet, als Umweltschützerin und Menschenrechtlerin zu arbeiten, statt ihren Beruf als Physikerin auszuüben.
Nach erster Tätigkeit in interdisziplinärer Forschung von Technik, Umwelt und Politik am „Indian Institute of Science“ und am „Indian Institute of Management“ in Bangalore gründet sie 1982 – in dem ehemaligen Kuhstall ihrer Mutter – das unabhängige Institut „The Research Foundation for Science Technology and Ecology„ in Dehra Dun, das sie heute noch leitet.
Anstatt sich mit Quantenphysik und Elementarteilchen zu beschäftigen, studiert die Trägerin des alternativen Nobelpreises die zahlreichen Baumarten, Waldpflanzen und die traditionelle Landwirtschaft ihres Landes.

Von den Menschen lernen
Seite an Seite kämpft Vandana Shiva mit der indigenen Bevölkerung in der ersten indischen Umweltvereinigung, der Chipko-Bewegung. Die unbelesenen Bauersfrauen aus dem hohen Himalaja lehren sie, durch ihren Kampf, erneut den Wert der Natur zu erkennen und die Dringlichkeit diese verteidigen zu müssen. Aber noch etwas nimmt Vandana von diesen Frauen mit auf den Weg. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten hauptsächlich die Bauersfrauen das Saatgut, das den Bedingungen des Bodens und der Umgebung optimal angepasst wurde, durch den Tausch und die Kreuzung der Samen entwickelte sich eine erstaunliche biologische Vielfalt (Biodiversität). Schätzungen zufolge gab es allein in Indien mehr als 50 000 verschiedene Reissorten. Heute kann man mit viel Mühe in etwa 300 traditionelle Sorten finden, von internationalen Unternehmen wird vielleicht noch eine Handvoll exportiert.
Seit Jahren setzt sich Vandana Shiva für Kleinbauern in Indien ein, die wegen der globalen Gentechnikindustrie nicht mehr über ihr eigenes Saatgut bestimmen können. „Bei jedem Anliegen, für das ich mich in den vergangenen 20 Jahren als Umweltaktivistin und biologisch orientierte Intellektuelle engagierte, musste ich feststellen, dass das, was die industrielle Ökonomie als ‘Wachstum’ bezeichnet, in Wahrheit eine Art von Diebstahl an der Natur und Menschen ist“, so die Aktivistin.
Ihr Einsatz für selbstbestimmte Entwicklungswege, der als indische Graswurzel-Initiative begann, führte sie ausgerechnet in die kritisierten internationalen Industrie- und Handelskreise.
Erst mit der Globalisierung geriet dieser vielfältige Diebstahl ins Bewusstsein. Mit dem Abschluss der Uruguay-Runde im Rahmen des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) 1994 und der Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) sei ein institutioneller und rechtlicher Rahmen für Unternehmenswachstum, das auf Diebstahl an Mensch und Natur gründet worden. „Das WTO Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPs) kriminalisiert die Einlagerung eines Teils der Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr ebenso wie die uralte Praxis der Bauern, untereinander Saatgut auszutauschen“, so die Globalisierungskritikerin. Das Agrarabkommen legalisiere zudem die Überschwemmung aller Länder mit gentechnisch veränderten Nahrungspflanzen und kriminalisiere den Schutz der biologischen und kulturellen Diversität, auf der die Vielfalt der Ernährungssysteme beruhe.
Das Leben ist in seiner ganzen Verschiedenheit und Andersartigkeit für Shiva ein zu schützendes Gut. Deshalb engagiert sich die Buchautorin für das Leben, die Artenvielfalt und die Souveränität der menschlichen Gemeinschaften.

Demokratie und Artenvielfalt gegen Gentechnik und Biopiraterie
Vandana Shivas Verständnis von Demokratie (Earth-Democracy) geht weit über die herrschende westliche Definition hinaus. Sie fordert neben den klassischen Rechten wie prinzipielles Wahlrecht für alle auch Freiheiten in der Gestaltung individueller Lebensweisen und die Souveränität der Bevölkerung über die Wassergüte, die Nahrungsmittel und die Qualität der Kleidung zurück. Dabei beruft sich Shiva auf die universelle Gültigkeit ökologischer Naturgesetze und stellt die internationalen Handelsabkommen prinzipiell in Frage.
Ihre Arbeit ist für viele auch deshalb überzeugend, weil sich Vandana nicht mit der Aufdeckung und Anklage bestehender Missstände begnügt sondern Alternativen zur Monopolisierung von Leben und Lebensressourcen aufzeigt. Sowohl durch Widerstand als auch durch Erarbeitung kreativer Alternativen, setzt sie, unter anderem Mitglied des Weltzukunftsrats, der zentralisierten Macht internationaler Konzerne dezentrale Strukturen auf der Basis friedlicher Koexistenz entgegen. Mit der 1991 von ihr gegründeten Navdanya-Bewegung, setzt sie sich für die Bewahrung des Saatguts und der Freihaltung der Landwirtschaft von Monopolkontrolle ein. Navdanya hat im Laufe der Jahre zahllose Initiativen und Projekte zur Sicherung natürlicher Ressourcen unterstützt. Vandana Shiva wird am fünften November 55 Jahre alt. Ihr unermüdlicher Kampf für eine gerechtere Welt dauert bereits 30 Jahre, in denen sie viel erreicht hat.

Alles ist mit allem verbunden
Auch wenn der Einsatz für eine ökologische Vielfalt und einen gerechten Weltmarkt im Moment das Leben Vandana Shivas bestimmen, hat die Physik immer noch Bedeutung für sie. Sie ist dankbar, dass ihre Ausbildung als Quantenphysikerin ihr geholfen hat, die komplexen Fragestellungen, mit denen sie sich beschäftigt, zu bewältigen. Erkenntnisse aus der Quantentheorie überträgt sie auf das ökologische Handeln des Menschen. Alles sei schließlich mit allem verbunden, sagt die Umweltschützerin. Einen Wunsch hegt Vandana Shiva noch: wenigstens im Ruhestand zur Physik zurückkehren zu können und wieder ihrer Leidenschaft zu frönen.

Am ersten Dezember würdigt „ethecon – Stiftung für Ethik & Ökonomie“ mit der Verleihung des diesjährigen „Blue Planet Award“ Einsatz und Kampf der indischen Aktivistin VANDANA SHIVA.

Tagung
„Wirtschaftskriminalität im Spannungsfeld Ethik & Ökonomie“
ufaFabrik
Viktoriastr. 10/1812105 Berlin
Samstag, 1. Dezember 2007

Weitere Informationen:
Elena Martin Casais
ethecon Vorstandsassistentin
Stiftung Ethik & Ökonomie
Fon: 0176 64 61 68 67
eMail info@ethecon.org

Medikamente online bestellen?

Monday, November 19th, 2007

Lange Zeit war ich ja eine Verfechterin der These “Medikamente hole ich selbst bei meiner Apotheke”. Zwischendurch war aber bei uns der Kostendruck so stark, dass ich jetzt doch mal nach Alternativen geschaut habe. Und siehe da, eine Freundin hatte einen super Tipp. Es gibt eine intelligente Suchmaschine “medizinfuchs“. Hier gebe ich alle Medikamente ein, die ich brauche, sie sucht mir die günstigste Versandapotheke. Einfach und schnell, die Ersparnis geht teilweise bis zu 35%. Kann ich nur weiterempfehlen ;-)

Hilfe beim Autokauf von Frauen für Frauen

Sunday, November 18th, 2007

Eine gute Geschäftsidee! Ich kann mir vorstellen, daß in Deutschland auch viele Frauen diese Hilfe beim Autokauf in Anspruch nehmen würden (www.auto-helpline.com). Anfang des Jahres habe ich mir auch ein neues Auto kaufen müssen. Dabei habe ich festgestellt, daß es immer noch üblich ist, daß Frauen als potenzielle Käufer nicht in Betracht kommen. Da ich nicht auf eine Marke fixiert war, habe ich mich bei verschiedenen Autohändlern umgesehen. Viele Verkäufer haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, mich als einzelne Frau nach meinen Wünschen zu fragen. Auf Nachfragen habe ich dann gerade mal gesagt bekommen, wo die entsprechenden Prospekte zu finden seien. Mein Auto habe ich bei einer Frau (Geschäftsführerin in einem Autohaus) gekauft. Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Frau, die aus der Autobranche kommt, und diese Zeilen liest. Nur Mut, ich kann mir vorstellen, daß diese Geschäftsidee auch bei uns gut ankommen wird. Wer Interesse hat, kann sich bei mir melden! Quelle: www.20minuten.ch