Archive for April, 2008

Beindruckende 15 Jahre

Tuesday, April 29th, 2008

Seit 15 Jahren existiert die Organisation “medica mondiale“. Bosnien befand sich in einem schrecklichen Krieg, als die Frauenärztin Dr. Monika Hauser alles daran setzt, um ein Zentrum zu gründen, das den vergewaltigten Frauen Unterstützung geben kann. “Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?” war eher noch das Freundlichste, was ihr westliche Diplomaten und andere mit auf den Weg gaben.

helfendehaende_medicamondiale.jpg Sie hat es trotzdem geschafft und unglaublich wertvolle Arbeit geleistet. Ein ausführliches Interview gibt es heute im Neuen Deutschland mit ihr. Zitat: “Wenn man feministische Arbeit macht, muss man eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen. In der internationalen Politik und vor Ort, egal, ob in Berlin, Washington, Brüssel oder Kabul, stoßen wir immer wieder auf männliche Ignoranz. Noch bevor der Irakkrieg begann, haben wir inständig gewarnt: Ihr müsst die Frauen schützen. Nicht weil Frauen schwach sind, sondern weil Männer vergewaltigen. Und was wurde geschützt? Das Ölministerium in Bagdad….”
Wie gesagt - beeindruckend!!!

Merkelsche Maßstäbe die Zukunft?

Monday, April 28th, 2008

Hallo, da kommen starke Worte aus Österreich. Ein wunderschöner Kommentar auf diepresse.com zum Merkelschen Dekolletée bei ihrem Auftritt zur Einweihung der Oper in Norwegen. Ich zitiere genüßlich die Autorin Brigitte Trip: “Dass nun mehr Angela Merkel nach rund zwei gut durchgestandenen – in jedem Fall gut durchgeknöpften – Regierungsjahren der völlig verblüfften Medienschar ein derartig beeindruckendes Dekolletée von Sophia Lorenschen Ausmaß enthüllt, zeigt aber, wie diese Frau, die lange als graue Maus, als Geschlechtsneutrum dargestellt wurde, nun mehr so selbstbewusst auftritt, dass in Hinkunft politische Spitzenfunktionen nicht mehr ausschließlich an männlichen Kriterien sondern zunehmend an „merkelschen“ Maßstäben gemessen werden.”

Clinton oder Obama?

Thursday, April 24th, 2008

hillaryclinton.jpg
Also mal ganz ehrlich Ladies: Wer von euch tendiert nicht “heimlich” zum schmucken Obama, der einfach dynamischer daherkommt als unsere Hillary? So ging es mir jedenfalls immer mal wieder. Bis ich das Essay von Gloria Steinem - Feministin aus den USA - in der Emma 2/2008 las. Ihre Argumente: Obamas Abstimmungsverhalten zum Thema Abtreibungen - er ist kein Befürworter des Selbstbestimmungsrechts der Frauen; zudem vertritt er in der Gesundheitspolitik eine deutlich konservativere Ansicht als Hillary. Sie ist für eine Pflichtversicherung, er für Behalten des bestehenden Systems mit einigen Reformen. Für die amerikanischen Frauen (und Männer) wäre jedoch eine Pflichtversicherung ein Riesenfortschritt und würde gerade die Familien extrem entlasten. Außerdem: Obama stellt sich gern als Kriegsgegner dar. Er hat sich zwar vor seiner Wahl zum Senator gegen den Irakkkrieg ausgesprochen, danach war er aber schön still und hat den Kriegskrediten zugestimmt.
Also keine Frage, ich drücke Hillary Clinton ganz fest die Daumen. Deutschland hat ja bereits bewiesen, dass eine Kanzlerin der Politik echt gut tut :-)

Mehr zum Thema heute in der FAZ-online.

Aus Machos werden Macherinnen

Monday, April 14th, 2008

rodriguez_zapatero_2.jpg Wer hätte das gedacht von einem Land, das neben den lateinamerikanischen Staaten den Begriff “Macho” prägte: Erstmals sind in Spanien mehr Frauen als Männer in der Regierung - unter Führung des Feministen Zapatero. Sogar das Verteidigungsministerium führt eine Frau - das heißt 130.000 Soldaten und der spanische Geheimdienst CNI haben nun eine Chefin. Spanien beweist, dass eine Frauenförderung, ist sie wirklich gewollt, kein Problem ist. Sie scheitert bestimmt nicht daran, dass es nicht genug qualifizierte Frauen gibt - was ja hierzulande ein sehr beliebtes Argument ist…

Mehrere gute Artikel zum Thema sind hier auf n-tv nachzulesen.

Frauen fordern was ihnen zusteht

Friday, April 4th, 2008

Unter diesem Motto findet am 15. April erstmalig der “Equal Pay Day” statt. Ein Tag, an dem Frauen endlich gegen die gut 20 Prozent geringere Bezahlung - bei gleicher Leistung - im Vergleich zu männlichen Kollgen protestieren. Initiiert wurde die Einführung des Equal Pay Day in Deutschland von einem der größten Berufsnetzwerke für Frauen, dem Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. Wie funktioniert es?

“Auf Ihre Teilnahme kommt es an
Rund um den 15. April gilt für alle Arbeitnehmerinnen die Devise: Bekennen Sie Farbe und zeigen Sie Solidarität. Wie? Zu diesem Zweck wurde bereits im Vorfeld des Equal Pay Day, die “Initiative Rote Tasche” ins Leben gerufen. Sie ist Kernstück der Aktion und steht symbolisch für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Tragen Sie am 15. April den Pin der Initiative Rote Tasche mit einer Schleife aus einem 5-Euroschein. Die Pins bekommen Sie kostenlos auf einer der vielen Veranstaltungen am Equal Pay Day. Oder fordern Sie Ihren Equal Pay Day Pin - gegen eine Versandgebühr - bei der BPW Geschäftsstelle an. Außerdem können Sie auch mit einer roten Tasche Farbe bekennen und im Dialog mit Kollegen auf die Initiative aufmerksam machen: in der Mittagspause, im Büro oder Team-Meeting. Die Forderung, die hinter der Initiative steckt, ist knapp formuliert: Frauen fordern das, was ihnen zusteht. Nicht mehr und nicht weniger.”

Die Anstecknadeln für den Tag habe ich bereits angefordert. Wer von euch eine möchte, dem schicke ich sie gern zu. Mail an mich genügt mit Angabe eurer Adresse (bestellt habe ich insgesamt 25). Also die schnellsten 24 bekommen eine (gratis). ;-)

Schöne Stellungnahme

Friday, April 4th, 2008

Eine wirklich differenzierte und nachdenkliche Rezension zum Buch von Götz Werner “Einkommen für alle” habe ich heute im vorwärts-online gefunden. Dr. Thomas Hörber von der “École Supérieure des Sciences Commerciales d’Angers (ESSCA)” setzt sich dort mit den Ideen zum Grundeinkommen auseinander und stellt viele berechtigte Fragen. Der Schluß lautet:

“Was Werner fordert ist ein Systemwechsel, ohne zu wissen, ob das neue System funktioniert oder besser ist. Unter normalen Bedingungen heißt das, dass das bestehende Wirtschaftsystem kollabieren müsste. Und an einigen Stellen behauptet Werner, dass genau dieser Kollaps kurz bevorsteht. Werner meint der (politische) Wille sei hier entscheidend: Wer etwas will sucht Wege, wer nicht sucht Gründe. Er könnte Recht haben insofern, als wir bei einem neuen System nie gewusst haben, ob es funktioniert. Die Frage ist: Finden sich die Kräfte, den Schritt ins Neue zu wagen? Und sind wir bereit, das Risiko eines Systemwechsels einzugehen? Oder etwas pessimistischer: Ist der Leidensdruck schon groß genug, um uns dieses Risiko eingehen zu lassen?”