Archive for May, 2008

Neue Studie: Frauen gehen online

Friday, May 23rd, 2008

Das Frauenmagazin Brigitte hat eine Studie zum Kommunikationsverhalten von Frauen erstellt. Interessantes Ergebnis: Kommunikative Frauen kommunizieren mit allen Kanälen - nutzen also auch die virtuellen Kanäle des Internets. Im Jahr 2000 waren nur rund 20 Prozent der Frauen zwischen 14 und 64 Jahren vom Internet begeistert. Heute gehen schon zwei Drittel aller Frauen bis 64 Jahre regelmäßig odere auch gelegentlich online. Dabei nutzen rund die Häfte der 16 Millionen Frauen immerhin zwischen ein bis fünf Stunden pro Woche das weltweite Netz. 2,9 Millionen Frauen bezeichnen sich selbst als Intensiv-Nutzerinnen. D.h. sie klicken sich länger als fünf Stunden in der Woche durch die virtuellen Welten.

netz.jpg Zusammenfassung aus ibusiness.de: “Dabei ist das Interesse am Internet keinesfalls Abhängig von der Altersstruktur vieler Nutzerinnen. So beträgt der Anteil der über Vierzigjährigen, der bei allen Frauen 38,8 Prozent ausmacht, unter den Internetnutzerinnen immerhin bereits 25,4 Prozent. Betrachtet man die Zusammensetzung der Intensivnutzerinnen, sinkt dieser Anteil jedoch auf 16,3 Prozent, während junge Frauen zwischen 14 und 39 Jahren in dieser Gruppe besonders oft anzutreffen sind.

Am häufigsten wird das Internet von den Frauen genutzt, um E-Mails zu empfangen und zu versenden: 83,7 Prozent von ihnen kommunizieren per elektronischer Post. 57,3 Prozent informieren sich im Internet über aktuelle Geschehnisse und knapp die Hälfte nutzt Unterhaltungsangebote (48,8 Prozent) oder sucht Informationen, die sie beruflich nutzen können (46,6 Prozent). Die Intensivnutzerinnen verbringen außerdem überdurchschnittlich viel Zeit im Web, um Unterhaltungsangebote anzusehen (71,5 Prozent) und mit Freunden zu chatten (67,4 Prozent). Immer mehr Frauen gehen aber auch online, um Informationen über Marken und Produkte zu erhalten. So nutzen 38,7 Prozent das Web, um Preise zu vergleichen, 35,7 Prozent vergleichen Marken und Produkte miteinander und 20,7 Prozent suchen nach Bewertungen und Testberichten.”

Als Politik noch illegal war

Friday, May 16th, 2008

Manchmal tut es gut zurückzuschauen. Denn dann sieht der Mensch auch, was er bisher schon erreicht hat. Und es geht natürlich in erster Linie um die Frauen. Am 15. Mai 1908 trat das Reichsvereinsgesetz in Kraft. Damit erlaubte das Kaiserreich auch den Frauen die Betätigung in Parteien und Vereinen. Für uns heute kaum vorstellbar, aber vor 100 Jahren war das politische Engagement von Frauen schlichtweg illegal. In der rundschau-online schreibt Georg Ismar diese Woche: “Im September 1843 erschien in den „Sächsischen Vaterlandsblättern“ ein Aufsehen erregender Leserbrief, schreibt die Wissenschaftlerin Gisela Helwig. Louise Otto forderte Unerhörtes: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht.“ Während der Revolution 1848 / 49 unterstützten Frauenvereine die Aufständischen. Doch Otto war von der mangelnden Rücksichtnahme der Revolutionäre enttäuscht: „Wo sie das Volk meinen, zählen sie die Frauen nicht mit“, klagte sie bitterlich.”
louiseotto.jpg Doch die Frauen gaben natürlich nicht auf.Sie gründeten den Allgemeinen deutschen Frauenverein (ADF) und erkämpften so nach Bismarcks Tod - dem großen Bremser in Bezug auf die Rechte der Frauen - das Recht auf gesellschaftliche Mitgestaltung. Immerhin kam dann auch 10 Jahre später das Wahlrecht.

Zu wenig Frauen sind peinlich

Friday, May 9th, 2008

Na endlich kommt Bewegung in die Diskussion um eine Frauenquote bei den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Bereits im Februar 2007 haben über 500 Menschen unsere öffentliche Petition zu dem Thema an den Bundestag unterzeichnet. Gestern berichtete die taz unter der Ãœberschrift “Peinlicher Mangel an Managerinnen” vom Rechtsausschuss des Bundestages. Dieser hatte unter anderem den früheren norwegischen Wirtschaftsminister Ansgar Gabrielsen eingeladen. anskargabrielsen.jpg Zu seinem Statement schreibt die taz: “Es gibt ein neues Argument für die Geschlechterquote und das heißt “Peinlichkeit”. Diesen Grund führte am Mittwoch der ehemalige Wirtschaftsminister Norwegens, Ansgar Gabrielsen, ein. Der Rechtsausschuß des Bundestages hatte am Mittwoch Abend Experten zu einer möglichen Quotierung der deutschen Aufsichtsräte nach norwegischem Vorbild befragt. Norwegen hat im Januar 2008 eine 40-Prozent-Quote für Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften eingeführt. Ihm sei es schlicht peinlich gewesen, dass sich die gut qualifizierte Hälfte der Bevölkerung Norwegens nicht in den Führungsetagen der Unternehmen wiederfinde, so Gabrielsen vor den Experten.” Auch wenn bisher nur die Grünen von einer Quote in den Wirtschaftsunternehmen überzueugt sind - es bewegt sich was. Lasst uns das Beste hoffen…

11 % weniger für Frauen bei Financial Times

Tuesday, May 6th, 2008

guardian.co.uk berichtet heute in seiner Online-Ausgabe, dass bei der Financial Times (UK) Frauen im Durchschnitt 11 Prozent weniger verdienen - bei gleicher Arbeit. Die Auseinandersetzung um die Rolle der Frauen bei der Wirtschaftszeitung dauert bereits seit einigen Wochen an. Der Journalistenverband fordert schon länger die unabhängige Untersuchung der Gehälter beim Blatt. Die 11 Prozent-Lücke ergibt sich durch eine eigene Gehaltsaufstellung der Financial Times - sie könnte also auch noch gößer sein

Gute Zeiten für Frauen?

Tuesday, May 6th, 2008

Insgesamt bemüht sich die Wirtschaft zurzeit mächtig, das Arbeitskräfte-Reservoir von Frauen zu aktivieren - wie immer, wenn es knapp wird. Ein Beispiel: Die “Deutsche Bank Research” stellte gestern ihre Studie “Auf dem Weg zu mehr Gleichstellung” vor.
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Die Autorin, Analystin Claire Schaffnit-Chatterjee, ist fest davon überzeugt, dass es für die Frauen in den nächsten Jahren eigentlich nur besser werden kann: „Es lässt sich kaum bestreiten, dass keine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern besteht“, so die Expertin auf der Pressekonferenz in Berlin. Aber die Wirtschaft werde in den nächsten Jahren alles daran setzen, Frauen zu umwerben. “”Es gibt für Unternehmer keine Alternative. Nur wenn Frauen leichter in Führungsetagen aufsteigen, können Unternehmen Innovation und Wachstum garantieren.” Der Spiegel fasst die Kernaussagen wie folgt zusammen:
“Für diese Zuversicht nennt die Studie folgende Gründe:
* Demografischer Wandel: Weil immer mehr Arbeitskräfte benötigt werden, können die Unternehmen gar nicht anders, als verstärkt auf Frauen zu setzen.
* Virtuelle Vernetzung: Wissensbasierte Tätigkeiten werden immer häufiger in Projektarbeit erledigt. Dies führt zur Verbreitung flexibler Arbeitszeitmodelle.
* Soft Skills: Soziale Kompetenzen wie Kooperation und Kreativität gewinnen an Bedeutung.
* Mentalitätswandel: Ãœber die Jahre hinweg wird es immer normaler, dass Männer ihre Kinder betreuen - und Frauen in Spitzenpositionen arbeiten.”
Eine echte Gleichstellung - so Autorin Schaffnit-Chatterjee - könne aber nur erreicht werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Wirtschaft müsse begreifen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein starkes Kriterium für Frauen sei. Deshalb dürfe auch Teilzeitarbeit kein Karrierehemmer mehr sein. Und an die Politik gewandt: Ausreichende Kinderbetreuung müssten die Verantwortlichen - auch gemeinsam mit den Unternehmen - bereit stellen.
Bleibt zu hoffen, dass sich dann auch die Arbeitswelt der Vorstandsetagen allmählich wandelt. Noch immer gilt: Wer am längsten arbeitet ist am besten - obwohl wir ja alle wissen, dass das nicht stimmt ;-)