Archive for August, 2008

Katholiken statt Frauen

Monday, August 25th, 2008

... ganz ohne Frauen

... ganz ohne Frauen

Ich hatte hier im Blog ja schon geschrieben, dass ich doch Hillary Clinton die Daumen gedrückt habe. Nun ist also Barack Obama der Kandidat der Demokraten. Und gerade hat er seinen Vize ernannt - Joe Bilden - und nicht Hillary Clinton oder eine andere Frau. Amerikanische Wahlkämpfe sind stark durch Arithmetik und dem Berechnen des Wahlvolks geprägt. Anscheinend hatte Obama das Gefühl, im Zweifelsfall mehr Katholiken für den Sieg zu benötigen - die ihm Bilden bringen soll - als bei den Frauen punkten zu müssen. Die Enttäuschung bei den Frauen in der demokratischen Partei muss groß sein. Schade, ein Gespann Obama und Clinton - oder Obama und eine andere Frau - wäre viel spannender gewesen. Ich bin ziemlich sicher, dass sich der gute Mann hier verrechnet hat. Schaun wir mal …

Hintergrund: schöner Artikel in der welt-online

Manager dürfen Väter sein

Monday, August 18th, 2008

Letzten Mittwoch vor dem Arbeitsgericht in Düsseldorf: Achim Schwarz, führender Angestellter bei der (bisher) renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft “Ernst & Young” erhält die richterliche Bestätigung: Auch Manager dürfen sich um ihre Kinder kümmern und Teilzeit arbeiten. Der Richter ließ während des Prozesses klar durchblicken: Es war Unrecht, Achim Schwarz seinen Antrag auf Teilzeitarbeit zu verwehren.

Was war passiert? Achim Schwarz und seine Partnerin hatten sich alles gut überlegt: Jeder von ihnen sollte ein halbes Jahr in Elternzeit gehen, danach wollten sie beide in Teilzeit arbeiten und sich gemeinsam um ihre kleine Tochter kümmern. Allerdings hatten sie die Rechnung ohne den Wirt, d.h. in diesem Fall ohne Ernst & Young, gemacht. Der Antrag auf Teilzeit von Achim Schwarz wurde abgelehnt. Nach der Devise “ganz oder garnicht” verwehrten die führenden Wirtschaftsprüfer das Recht auf Teilzeitarbeit. Achim Schwarz blieb zwei Jahre zu Hause, seine Frau ging als Lehrerin voll arbeiten. Aus der Traum von gemeinschaftlichem Elterndasein. Nicht rechtmäßig, wie vor Gericht nun bestätigt. Achim Schwarz erhält für seine entgangene Teilzeit 45.000 € und sein Arbeitgeber großes öffentliches Interesse. Dies allerdings nicht zum Positiven - das Unverständnis in den Medien ist groß.

Und das ist dann auch die gute Nachricht: Ernst & Young haben es völlig unterschätzt, dass der Zeitgeist auch Vätern ihre Rechte einräumt. Der Imageschaden ist angerichtet. Wie ein Hohn klingt es denn nämlich vor dem Hintergrund dieses Prozesses, dass wir auf der Homepage von Ernst & Young lesen: “Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital. Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, dass sie sich überdurchschnittlich engagieren. Wir wissen aber auch, dass sie effektiver und besser arbeiten, wenn sie ein ausgeglichenes Leben führen.”

Tja Jungs, altes Denken ist nicht mehr angesagt, auch Männer emanzipieren sich ;-)