Paulis revolutionäre Idee

gabriele-pauli.jpg Die Fürther Landrätin macht wieder von sich reden. Auf ihrer heutigen Pressekonferenz in München forderte sie, jede Ehe automatisch auf sieben Jahre zu begrenzen. Eine Verlängerung sei natürlich möglich, wenn die Eheleute das wünschten. So meldet heute die Redaktion von spiegel-online. Denn Gabriele Pauli meint, das Leben außerhalb der Ehe sei vielleicht besser. Ihre Erfahrung als geschiedene Ehefrau und Alleinerziehende scheint sie zu bestätigen. Man müsse sich nur erstmal an den Gedanken gewöhnen. Ein Argument hat sie in der Tat auf ihrer Seite: Durch dieses Verfahren könnten enorme Scheidungskosten gespart werden. Zudem hält sie die heutige Form der Eheschließung und das davon abhängige Familienbild für überholt. Spiegel-online schreibt dazu: “Das CSU-Programm gehe von einem Ideal aus. “Für mich ist die Familie eine andere Art von Konstruktion als für die CSU”, sagte Pauli. Der Staat dürfe nicht regeln, wie Menschen zusammenlebten. Das Ehegattensplitting sollte durch ein Familiensplitting ersetzt werden.”
Na dann sind wir mal gespannt, wie die Herren der katholischen Kirche - die ja in Bayern ein echter Machtfaktor sind - aufnehmen. An Frau Pauli jedenfalls herzlichen Glückwunsch - dieser PR-Schlag ist gelungen ;-)

6 Responses to “Paulis revolutionäre Idee”

  1. Doris Stommel Says:

    Was denkt sich Frau Pauli eigentlich, sie kann auch gleich sagen, daß sie der Posten der Landesvorsitzenden nicht interessiert. So braucht sie gar nicht zur Wahl antreten. Leider sind es überwiegend Männer, die in ihrer Partei wahlberechtigt sind.
    Allein der Gedanke, daß eine Ehe auf Zeit abgeschlossen wird. Furchtbar. Viel besser wäre es, wenn sie sich dafür stark machen würde, daß Ehepaare, die nicht mehr verheiratet sein wollen, schnell und unbürokratisch sich trennen können.

  2. lockeonline Says:

    Keine Ahnung, warum derzeit einige Frauen auf solche blöde Ideen kommen? Eva Herman entdeckt die Vorzüge des Familienbildes aus dem Dritten Reich - komplett daneben, aber leider medienwirksam!
    Und Frau Pauli kommt auf die Idee mit dem Verfallsdatum für Ehen nach exakt 7 Jahren - sicherlich auch medienwirksam!
    Und darum geht es doch in Wirklichkeit?
    In Kanada ist es wohl anders: Wer drei Jahre zusammenlebt, gilt automatisch als verheiratet! Dies nur mal als Anregung?

  3. s. karthaus Says:

    Nicht schlecht, dann kann man alle 7 Jahre den Ehegatten per ebay verscherbeln ;-)

  4. Susanne Baumann Says:

    Also, ich find’s nicht nur von der PR-Seite her gesehen einen echten Coup, sondern auch inhaltlich überlegenswert. Der folgenreichste Vertrag ist ja bekanntlich der Ehevertrag - und ein Drittel aller Paare können ihr - sicherlich bei Eheschluss vorgehabtes Ziel der lebenslangen Partnerschaft nicht erreichen. Wenns wirklich schön bleibt, dann kann ja alle sieben von Neuem “Ja” zueinander sagen. Wenns krieselt, dann braucht man nur ein Weilchen zu Warten und die Sache erledigt sich von selbst.

    Sicher würde sich manches Paar, dass sich unten den gegebenen Umständen nicht traut, dafür entscheiden. Damit wäre das “Joch” der Ehe ein für allemal erledigt.

    Ein fortschrittlicher Gedanke, Frau Pauli!

  5. s. karthaus Says:

    Also, mal im Ernst: Bevor wir sämtliche gesellschaftlichen Strukturen einreißen, sollten wir uns ein paar Gedanken machen, welche Sicherheiten wir unserer Brut bieten können. Ein beständiges Matriarchat, indem Kinder Sicherheit und Beständigkeit in festen Gruppen vorfinden können, und die Männer, Väter, Liebhaber, Opas, Onkels…etc. nette Besucher sind, die ihren Beitrag (materiell und immateriell) von außen in die Gruppe einbringen, wäre meines Erachtens die Familienform der Zukunft.

  6. drake Says:

    @ Sieben Jahre Ehe? (Pauli 2007) …das glückliche Zusammenleben ist heute offenbar noch schwieriger zu erreichen als vor 50 Jahren. Eine gute Partnerschaft, Ehe und Familie werden zwar dringend gebraucht, sind jedoch immer weniger garantiert. Insofern ist der Vorschlag aus Fürth ehrlich: Er erinnert daran, dass wir es tatsächlich oft nicht mehr schaffen, Traditionen zu leben, dass Bindungen verloren gehen und die Kunst andauernden Vertrauens schon im Kindesalter nicht mehr erlernt wird. Geht es uns zu gut? Auf den zweiten Blick eigentlich nicht.

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