Als Politik noch illegal war

Manchmal tut es gut zurückzuschauen. Denn dann sieht der Mensch auch, was er bisher schon erreicht hat. Und es geht natürlich in erster Linie um die Frauen. Am 15. Mai 1908 trat das Reichsvereinsgesetz in Kraft. Damit erlaubte das Kaiserreich auch den Frauen die Betätigung in Parteien und Vereinen. Für uns heute kaum vorstellbar, aber vor 100 Jahren war das politische Engagement von Frauen schlichtweg illegal. In der rundschau-online schreibt Georg Ismar diese Woche: “Im September 1843 erschien in den „Sächsischen Vaterlandsblättern“ ein Aufsehen erregender Leserbrief, schreibt die Wissenschaftlerin Gisela Helwig. Louise Otto forderte Unerhörtes: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht.“ Während der Revolution 1848 / 49 unterstützten Frauenvereine die Aufständischen. Doch Otto war von der mangelnden Rücksichtnahme der Revolutionäre enttäuscht: „Wo sie das Volk meinen, zählen sie die Frauen nicht mit“, klagte sie bitterlich.”
louiseotto.jpg Doch die Frauen gaben natürlich nicht auf.Sie gründeten den Allgemeinen deutschen Frauenverein (ADF) und erkämpften so nach Bismarcks Tod - dem großen Bremser in Bezug auf die Rechte der Frauen - das Recht auf gesellschaftliche Mitgestaltung. Immerhin kam dann auch 10 Jahre später das Wahlrecht.

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